Jürgen Klopp hat bei seiner Vorstellung als neuer Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft direkt eine Ansage an die Medien gemacht und skizziert, wann er direkt zurücktreten würde.

„Auf dem Weg, den wir einschlagen, werden wir auch euch brauchen. Wir sind heute hier, um uns gemeinsam auf einen Weg einzuschwören. Wem es egal ist, wie es mit dem DFB, der Nationalmannschaft und dem deutschen Fußball weitergeht, dem kann ich auch nicht helfen. Wem es nicht egal ist, der muss auch einen Auftrag erfüllen“, leitete der 59-Jährige seinen mehrminütigen Monolog ein.

Jürgen Klopp ist der Nachfolger von Julian Nagelsmann
Jürgen Klopp ist der Nachfolger von Julian NagelsmannJürgen Klopp ist der Nachfolger von Julian Nagelsmann© IMAGO/HMB-Media

Klopp von Informationsdurchfluss überrascht

Er führte weiter aus: „Ich sage das deswegen, weil ich seit zwei Jahren aus dem aktiven Geschehen raus bin, ich habe hier und da mal Interviews gegeben, und ich kann nicht behaupten, dass ich das vermisst hätte.“

Ihm war im Vorfeld klar, dass es großes Interesse rund um seine Person geben würde, nachdem Julian Nagelsmann als Bundestrainer zurückgetreten war, aber „mich hat schon verwundert – noch nicht verärgert – wie schnell das alles herausgekommen ist. Auf dem Weg, auf dem wir uns einstellen, wäre es wichtig, wenn wir richtig vor schnell stellen. Wenn wir das Hirn mit einschalten, wenn man was erfährt, ob man es direkt heraushaut oder man im Sinne der Sache ein Auge zudrückt.“

Klopp betonte, dass er seinen neuen Job in erster Linie nicht aus Eigeninteresse ausübe, sondern für Deutschland.

Klopp: Dann bin ich sofort weg

Anschließend wurde er mehr als deutlich: „Es ist eine riesige Ehre, ich werde sehr gut bezahlt, aber an dem Tag, an dem ihr es nicht mehr wollt, sagt ihr es, und ich bin weg, ohne Abfindung. Wenn ihr morgen sagt: ‚Der ist scheiße‘, bin ich weg. Nicht einzelne, das sollten schon ein paar mehr sagen. Wenn der DFB sagt, so machen wir nicht weiter, bin ich weg. Wenn ihr euch daneben benehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg.“

Der 59-Jährige fügte hinzu: „Um es klarzumachen. Ich mache den Job, obwohl ich mitbekomme, wie ihr mit Julian umgeht oder wie England mit Tuchel umgeht. Das ist das Einzige, was ich verlange. Kritisiert mich, wenn etwas nicht funktioniert, dann bin ich auch bereit, daran zu arbeiten. Ihr müsst mir nur glauben, dass es nur um die Sache geht. Jürgen Klopp hat keine Karriere nach der Fußball-Nationalmannschaft. Das ist idealerweise der Höhepunkt meines beruflichen Lebens.“

Ein bisschen später erklärte Klopp nochmal auf Nachfrage: „Eure Aufgabe ist, dass ihr mich nicht ständig missversteht. Versucht, mich zu verstehen und strickt nicht irgendwas daraus. Wenn ich Scheiße rede, rede ich Scheiße. Dann macht damit, was ihr wollt. Wenn ich versuche, das Richtige zu sagen, dann versucht, das zu finden und helft dabei, dass das bei den Leuten richtig ankommt.“