Auch Lothar Matthäus hat sich in die Riege der scharfen FIFA-Kritiker eingereiht und dem Weltverband anlässlich der Ereignisse bei der WM massive Vorwürfe gemacht. „Die FIFA hat den Fußball längst verkauft“, schrieb der deutsche Fußball-Rekordnationalspieler in der Sport Bild und beklagte auch den „Fall Balogun“.

„Völlig indiskutabel ist, dass die FIFA nach Trumps Anruf bei Infantino die Rote Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun ausgesetzt hat. Das hätte niemals passieren dürfen, das war Verrat am Fairplay und am Fußball“, meinte er. Überhaupt habe ihn die „Trump-Infantino-Show“ geärgert. Auch die „Amerikanisierung des Fußballs und die extreme Kommerzialisierung“ hätten ihn „gestört“, meinte Matthäus.

Lothar Matthäus macht der FIFA massive Vorwürfe
Lothar Matthäus macht der FIFA massive VorwürfeLothar Matthäus macht der FIFA massive Vorwürfe© IMAGO/Eibner

Matthäus fand die Halbzeitshow unpassend

Der 65-Jährige weiter: „Kein Mensch braucht Trinkpausen (…). Und natürlich vermarkten die FIFA und die TV-Sender die Unterbrechungen – das ist der wahre Grund für deren Einführung.“

Die Halbzeit-Show beim Finale fand er „unpassend. Tolle Künstler, tolle Musik – aber warum in der Halbzeit, die dadurch viel zu lang wurde? Warum nicht vor dem Spiel?“

Auch die Ticketpreise stießen Matthäus sauer auf. „Insgesamt waren die Kosten für Fans, insbesondere in den USA, zu hoch. Wahrscheinlich ist es zu romantisch gedacht, aber ich würde es schön finden, wenn Fußball Fußball bleibt – für alle!“

Deshalb würde er auch die erwartete WM-Erweiterung auf 64 Mannschaften begrüßen. „Kleiner Scherz: Dann wäre auch Italien wieder sicher dabei.“