Endlich mal wieder positive Schlagzeilen rund um Bernard Tomic! Nachdem das einstige Top-Talent im Tennis in den vergangenen Jahren nur noch mit Skandalen aufgefallen war, meldete er sich jetzt mit einer starken sportlichen Leistung zurück.

Der in Stuttgart geborene Australier holte sich den Titel beim ATP-Challenger in Lincoln. Es war sein erster Titel seit acht Jahren. Tomic besiegte Mark Lajal mit 4:6, 7:6, 7:6.

Durch den Turniersieg kletterte der 33-Jährige auch in der Weltrangliste um satte 36 Plätze und kehrte so mit Rang 170 in die Top 200 zurück.

Für Tomic eine starke Leistung. Schließlich war er nach zahlreichen Eskapaden und Problemen im Sommer 2022 noch außerhalb der Top 800 platziert. Statt sein sportlich großes Talent zu nutzen, sah es damals so aus, als wenn er sein großes Talent endgültig verschwendet hätte. Er schien vor dem Karriere-Aus zu stehen.

Tomic galt als eines der größten Tennis-Talente

Es wäre das traurige Ende einer Laufbahn gewesen, die so verheißungsvoll begonnen hatte. Als Junior gewann er 2008 die Australien Open und 2009 die US Open. Zudem erreichte er in beiden Jahren in Wimbledon das Finale und kletterte auch auf Rang eins der Junioren-Weltrangliste.

Spätestens nachdem er dann auch noch 2009 bei den Herren bei den Australien Open in Runde eins den Italiener Potito Starace besiegt hatte und somit der jüngste Matchgewinner beim Grand Slam in Down Under war, wurde ihm eine große Karriere prophezeit.

Und diesen hohen Erwartungen schien er zunächst zumindest teilweise gerecht zu werden. So erreichte er unter anderem 2011 das Viertelfinale in Wimbledon. Zudem konnte er 2013 (Sydney) und 2014, 2015 (Bogota) immerhin drei Turniere auf der ATP-Tour gewinnen.  

Bis 2016 arbeitete er sich mit ordentlichen Ergebnissen bis auf Platz 17 der Weltrangliste vor. Zu einem absoluten Top-Spieler auf der Tour entwickelte er sich aber nie.

Tomic schenkte Matches freiwillig ab und wurde dafür hart bestraft

Stattdessen begann dann der schleichende der Absturz des Australiers. Statt sportlicher Erfolge bestimmten immer mehr Skandale die Schlagzeilen rund um seine Person. Es wirkte regelmäßig so, als wenn er die komplette Lust am Sport verloren habe und teilweise Matches sogar extra verlor.

So auch 2017, als er in der ersten Runde von Wimbledon glatt in drei Sätzen gegen Mischa Zverev verlor und anschließend sagte: „Ich war gelangweilt. Ich habe versucht, so zu tun, als wäre ich verletzt, um das Momentum wieder auf meine Seite zu drehen.“ Dafür erhielt er eine Geldstrafe, und sein Schlägersponsor Head beendete die Zusammenarbeit.

Bernard Tomic wirkte in Wimbledon mehrfach extrem lustlos
Bernard Tomic wirkte in Wimbledon mehrfach extrem lustlos Bernard Tomic wirkte in Wimbledon mehrfach extrem lustlos © IMAGO/Bildbyran

Zwei Jahre später trieb er es dann nochmal mehr auf die Spitze. Gegen Jo-Wilfried Tsonga unterlag er in lediglich 58 Minuten. Die Turnierleitung urteilte, seine Leistung habe nicht den „erforderlichen professionellen Standards“ entsprochen, und entzog ihm sein gesamtes Preisgeld der ersten Runde (45.000 Pfund) – eine absolute Rekordstrafe.

Tomic leistete sich auch abseits des Platzes Eskapaden

Es war aber tatsächlich aber nicht die schnellste Niederlage in Tomics-Karriere. 2014 verlor er in der ersten Runde des Masters in Miami 2014 sein erstes Spiel nach seiner Hüftoperation gegen Jarkko Nieminen in 28 Minuten und 20 Sekunden, die schnellste Niederlage der ATP-Tour-Geschichte.

Auch wegen solcher merkwürdigen Auftritte wurde 2025 bekannt, dass der Australier 2022 Gegenstand von Ermittlungen wegen auffälliger Wettmuster bei mehreren Matches gewesen war.

Die International Tennis Integrity Agency (ITIA) und australische Behörden untersuchten den Fall. Sein Mobiltelefon wurde beschlagnahmt und er wurde befragt. Letztlich erklärten die Ermittler, es gebe nicht genügend Beweise für Anklagen oder Sanktionen.

Aber auch abseits des Feldes sorgte er regelmäßig für negative Schlagzeilen. So wurde er im Juli 2015 in Miami Beach wegen Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen die Festnahme verhaftet. Die Vorwürfe wurden später beigelegt.

Auch sein Vater und Trainer John Tomic sorgte für Aufregung. Dieser wurde 2013 in Madrid beschuldigt, den Tennissparringspartner Thomas Drouet körperlich angegriffen zu haben. John Tomic wurde verurteilt und zeitweise von ATP-Turnieren ausgeschlossen.

Hört Tomic trotz des Turniersieges auf?

Positive Schlagzeilen schrieb Bernard Tomic derweil kaum noch. Nach seinem Erfolg auf der Challenger Tour auf Mallorca folgte nach 2018 der endgültige Absturz.

Doch statt 2022 nach dem kompletten Sturz aus der Top 800 der Weltrangliste aufzugeben, kämpfte er sich doch nochmal zurück. Folgt jetzt mit 33 Jahren vielleicht sogar der erneute Angriff nach noch weiter oben?

Tomic selbst erklärte nach seinem Turniersieg: „Ich hatte vor ein paar Wochen eigentlich gesagt, dass dies mein letztes Jahr sein wird, also muss ich jetzt wohl einige Dinge neu bewerten.“

So richtig final klingt diese Entscheidung also noch nicht. Vielleicht gelingt es Bernard Tomic auf den letzten Metern seiner Karriere noch für ein paar mehr positive Schlagzeilen zu sorgen.