Bei der Siegerehrung nach dem WM-Finale schauten die spanischen Fans bei einem Auswechselspieler ganz genau hin. Denn Borja Iglesias hatte vor einem möglichen Treffen mit US-Präsident Donald Trump bei der Medaillenübergabe mit einigen Aussagen für große Wellen gesorgt.
In einem Video-Interview mit dem spanischen Fußball-Magazin Panenka hatte der Stürmer nach dem Sieg über Frankreich im Halbfinale gesagt, er werde Trump nur widerwillig die Hand geben. „Ich will nicht ins Gefängnis gehen“, sagte er lachend.
Der 33-Jährige wurde dann aber ernst und führte aus, dass ihm das Treffen wirklich unangenehm ist. „Ich hoffe, ihn in einem Moment begrüßen zu können, in dem wir alle sehr glücklich sind, und dass dieser Moment schnell vorübergeht und ich ihn dann vergessen kann.“
Iglesias stellt sich gegen Trump
Bei der Siegerehrung gab Iglesias dem Politiker dann nicht wirklich motiviert die Hand. Jedoch schaute er Trump nicht an und drehte sich schnell weg. In Spanien hatten einige Fans sogar vermutet, dass der Fußballer seinem Gegenüber keinen Handshake anbietet.
Iglesias verkündete aber bereits wenige Tage zuvor: „Ich glaube nicht, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, um Kontroversen zu schüren. Die Leute wissen ganz genau, was ich denke. Ich würde gerne vieles tun, aber die Realität sieht so aus, dass ich – auch wenn die Leute mich für allmächtig halten – nicht so viel Macht habe, um bestimmte Dinge anzugehen.“
Doch der 33-Jährige hatte bereits im Vorfeld die Chance genutzt, um der FIFA eine Ansage zu machen. In seiner Instagram-Story zeigte er ein Bild mit den Ticket-Preisen für das Finale und schrieb dazu nur: „Eine Schande.“
Iglesias ist in Spanien ohnehin für seine klare Kante außerhalb des Platzes bekannt. Der Angreifer nutzt die Aufmerksamkeit immer wieder, um sich politisch auszudrücken.
Iglesias setzt sich politisch ein
So trat er 2023 aus der Nationalmannschaft zurück, um gegen Verbandspräsident Luis Rubiales zu protestieren. Dieser hatte bei der Frauen-Weltmeisterschaft 2023 Spielerin Jennifer Hermoso geküsst.
Regelmäßig äußert sich Iglesias auch zu Rassismus und Homophobie. Im vergangenen Jahr bezeichnete er zudem Israels Vorgehen im Gaza-Streifen als „Genozid“. Bei der Radrundfahrt Vuelta a Espana hatte er deshalb den Ausschluss des Teams Israel Premier Tech gefordert.