Francis Onyeka, Kapitän der deutschen U19-Nationalmannschaft, wünscht sich im Lichte des abermaligen WM-Debakels mehr Chancen für Eigengewächse. „Ich finde schon, dass wir sehr viele Talente auch in Deutschland haben“, sagte der Spielführer des Vize-Europameisters im ARD-Morgenmagazin, „irgendwann müsste man das Vertrauen von den Bundesliga-Trainern bekommen, Spielminuten. Vielleicht wäre das etwas, was man in Deutschland ändern könnte…“
Auf die Frage, wie viele seiner Mitspieler aus der erfolgreichen U19-Auswahl es im Profifußball schaffen könnten, antwortete Onyeka: „Hoffentlich so viele wie’s geht.“ Er selbst wählt dafür in der anstehenden Saison den Umweg über eine Leihe von Bayer Leverkusen zum Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg. „Ich muss mich da erstmal beweisen, um Spielzeit zu bekommen“, sagte er und versprach: „Genau das werde ich auch machen.“
Wie hoch seine Ansprüche sind, zeigte der 19-Jährige im Umgang mit seiner Silbermedaille, die er nach dem 0:2 im EM-Finale am vergangenen Samstag gegen Spanien erhalten hatte: Er hat sie seinem Manager gegeben, möchte sie am liebsten gar nicht haben. „Mit dem zweiten Platz kann man sich nicht so zufrieden geben, es geht immer besser“, sagte er schmunzelnd.