Die Eishockey-WM im kommenden Jahr in Deutschland könnte auch zur großen Bühne der Rückkehr Russlands werden. „Der Bewertungsprozess läuft derzeit“, sagte Matti Nurminen, Generalsekretär der IIHF, im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch in München. Der Weltverband prüfe, „ob eine Teilnahme sicher und verantwortbar“ sei.

Laut Nurminen spielen auch „die Integrität unserer Wettbewerbe sowie einige organisatorische Überlegungen eine Rolle“. Sobald die Analyse abgeschlossen sei, „ist es Zeit, Entscheidungen zu treffen“, sagte der Finne.

Einen Zeitpunkt konnte Nurminen nicht nennen. Es sei aber „sowohl aus Sicht der Organisatoren als auch aus unserer Sicht besser, die Entscheidung früher statt später zu haben“.

Eishockey-WM: Für Russland könnte ausgerechnet Ukraine weichen müssen

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte in der vergangenen Woche die Sanktionen gegen Russland weitestgehend aufgehoben und damit auch den Weg für russische Mannschaften zurück in den Weltsport freigemacht. Die IIHF könnte der Entscheidung folgen und den neunmaligen Olympiasieger und 27-maligen Weltmeister wieder zu Wettbewerben zulassen. Dies werde für „jedes Turnier und jede Veranstaltung einzeln“ bewertet, sagte Nurminen.

Die nächste Eishockey-WM findet vom 13. bis 30. Mai kommenden Jahres in Düsseldorf und Mannheim statt, das Eröffnungsspiel steigt in der Fußballarena auf Schalke.

„Wir respektieren die Entscheidungen der IIHF und tauschen uns intensiv darüber aus“, sagte Claus Gröbner, Geschäftsführer des Organisationskomitees: „Wir warten, wie die IIHF entscheidet und wie dann die weiteren Vorgehensweisen sind. Wir sind selbstverständlich auch mit den staatlichen Behörden im engen Austausch.“

Russland ist seit dem Überfall in der Ukraine im Jahr 2022 im Eishockey ausgeschlossen. Laut der IIHF offiziell aufgrund Sicherheitsbedenken. Sollte Russland zur Weltmeisterschaft zurückkehren dürfen, müsste wohl eine teilnehmende Nation ihren Platz räumen. Denkbar ist, dass es einen Aufsteiger treffen könnte. Einer der beiden ist die Ukraine.