Chris Froome hat seine Karriere am 3. Juli offiziell beendet. Der 41-Jährige, viermaliger Tour-de-France-Sieger (2013, 2015, 2016, 2017), kehrt dennoch auf die Straßen der Grande Boucle zurück – diesmal abseits des Rennstresses.

Als Ambassador von Skoda erlebt Froome die Tour aus der zweiten Reihe: Jeden Morgen geht es für ihn ab 6.30 Uhr mit einigen Gästen aufs Rad, anschließend führt er sie ins Village Départ und begleitet „seine“ Etappe hautnah. Dass er nun „Foie gras ohne schlechtes Gewissen“ essen könne, kommentierte Froome lachend.

Radsport-Legende Chris Froome ist als Botschafter bei der Tour de France
Radsport-Legende Chris Froome ist als Botschafter bei der Tour de FranceRadsport-Legende Chris Froome ist als Botschafter bei der Tour de France© IMAGO/Sirotti

Frooms Unfall mit Herzverletzung

Am Start in Barcelona ließ Froome in einem Interview erstmals durchblicken, dass er längst nicht mehr an ein Comeback als Profi glaubt – nach einem Trainingsunfall im August 2025, als er bei rund 50 km/h in ein Verkehrsschild krachte.

„Ich bin glücklich, am Leben zu sein“, sagte Froome – und erklärte, warum: Auf der rechten Seite seien alle Rippen im Rückenbereich gebrochen, dazu Wirbelverletzungen. Der Aufprall habe den Brustkorb „implodieren“ lassen, die rechte Lunge sei schwer geschädigt worden.

Herzbeutel musste rekonstruiert werden

Besonders dramatisch: Eine Rippe durchstieß den Herzbeutel, das Herz sei zeitweise „offen und ungeschützt“ gewesen. Der Brustraum habe sich mit Blut gefüllt, er habe nicht mehr atmen können – erst ein Notfall-Schlauch zwischen den Rippen habe den Druck genommen.

Der Chirurg habe den Herzbeutel rekonstruieren können. „Wenn so etwas passiert und dir erklärt wird, wie schlimm es war – dass es auch in die andere Richtung hätte gehen können -, dann ist das ein Moment, der dich extrem demütig macht“, so Froome.

Spätfolgen zermürben Froome mental

Den Unterschied zu seinem Sturz beim Critérium du Dauphiné 2019 beschrieb er klar: „Damals war die Herausforderung sportlich – nach diesem Unfall war Sport gar kein Thema in meinem Kopf.“ Auf dem Boden liegend habe er gewusst, „dass ich nie wieder Rennen fahren werde“.

Auch mental habe ihn die Spätfolge zermürbt: Nach der Entlassung sei die Lunge zu Hause erneut kollabiert, es folgten weitere Eingriffe. Seine Priorität liege nun darauf, als Ehemann und Vater präsenter zu sein – statt weiter „zwei Jahrzehnte“ Entbehrungen auf sich zu nehmen.