Bitterer Moment für Belgiens Star-Keeper Thibaut Courtois: Der 34-Jährige ist im WM-Viertelfinale gegen Spanien (1:2) angeschlagen ausgewechselt worden (71.) – und das, obwohl er womöglich hätte weiterspielen können.
Beim Verlassen des Platzes kämpfte Courtois mit den Tränen, für ihn kam Ersatzkeeper Senne Lammens in die Partie – diesem unterlief letztlich der entscheidende Patzer, der zur Niederlage führte.
Courtois hatte sich bereits in der 66. Minute am Oberschenkel behandeln lassen, spielte aber zunächst weiter. Auch in der folgenden Trinkpause kümmerten sich Belgiens Ärzte um den Star von Real Madrid.
Courtois fehlte gegen den FC Bayern
Weniger später ging er vom Platz. Nach der Partie gab er allerdings an, dass er durchaus hätte weiterspielen können.
„Ich hatte starke Schmerzen im Quadrizeps. Aber ich hatte kein Problem damit, im Tor zu bleiben – außer bei weiten Abschlägen. Letztendlich hat der Trainer beschlossen, mich auszuwechseln. Das ist kein Problem, denn die Mannschaft steht über allem“, sagte Courtois nach dem Spiel.
Auch wenn Courtois Verständnis für die Entscheidung von Nationaltrainer Rudi Garcia zeigte, sorgte die Aussage in Belgien für großes Aufsehen. RTL info sprach von einer „Bombe“, Sporza kritisierte: „Ein unglaublicher Fehler von Garcia“.
Der Coach verteidigte sich nach dem Spiel: „Seit Beginn dieser Weltmeisterschaft habe ich beschlossen, nur mit Spielern zu spielen, die zu hundert Prozent fit waren. Das galt auch für Thibaut.“ Er bereue die Entscheidung nicht.
Courtois will eine Pause einlegen – oder zurücktreten
Nicht lange nach Courtois‘ Auswechslung nahm das Unheil seinen Lauf, als Lammens einen Weitschuss von Spaniens Innenverteidiger Pau Cubarsí nicht festhalten konnte und DFB-Schreck zum 2:1 abstaubte (88.).
Der zweimalige Champions-League-Sieger Courtois war in der vergangenen Saison wegen eines Muskelfaserrisses rund sechs Wochen ausgefallen, kehrte erst Anfang Mai zurück. Deswegen verpasste er auch beide Viertelfinals gegen den FC Bayern.
Kurz vor Schluss! DFB-Schreck entscheidet Krimi
Seine Zukunft im Nationalteam ist nun komplett offen, wie er selbst erklärte. Er wolle sich eventuell eine Pause nehmen und auf die Nations League verzichten, da diese „nicht die wichtigste Sache“ sei.
Letztlich sei es eine Entscheidung des Verbandes. Sollte dieser seinem Wunsch nicht zustimmen, „dann war heute vielleicht mein letztes Spiel“.