Nicht nur Bundestrainer Eric Frenzel hat mit großer Enttäuschung auf das Olympia-Aus der Nordischen Kombination reagiert.

„Mir fällt es enorm schwer, Worte zu finden. Es war eine herbe, wirklich herbe Enttäuschung. Das tut enorm weh“, sagte der dreimalige Olympiasieger nach der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Sportart nach mehr als 100 Jahren bereits 2030 aus dem Programm zu nehmen.

Nathalie Armbruster hat in einem emotionalen Statement ihren Olympia-Frust deutlich gemacht
Nathalie Armbruster hat in einem emotionalen Statement ihren Olympia-Frust deutlich gemachtNathalie Armbruster hat in einem emotionalen Statement ihren Olympia-Frust deutlich gemacht© IMAGO/Eibner

Frenzel sorgt sich als Folge auch um die Perspektiven für den Nachwuchs. „Wir sind gerade auf einem Lehrgang. Es tut sehr weh, wenn man den jungen Athleten in ihre Augen blickt und ihre Enttäuschung sieht, was die Entscheidung mit ihnen macht. Das nimmt enorm viel Zukunft, Optionen und Vertrauen. Das müssen wir wieder aufbauen“, sagte der 37-Jährige.

Armbruster am Boden – wie geht es nun weiter?

Eine der jungen Athletinnen, die von der Entscheidung schwer getroffen wurde, ist Nathalie Armbruster. Die 20-Jährige postete bei Instagram ein Schwarzweiß-Bild, auf dem sie mit diversen Adjektiven ihren Gemütszustand beschrieb.

„Verzweifelt, wütend, leer, völlig am Boden, schockiert, fassungslos, verwirrt, sprachlos, traurig und enttäuscht“, stand da geschrieben.

Am Boden zerstört war auch Horst Hüttel, als Sportdirektor beim Deutschen Skiverband (DSV) für die Kombination zuständig. „Die Entscheidung ist natürlich niederschmetternd und sehr enttäuschend“, sagte er und zeigte wenig Verständnis für das IOC-Argument der fehlenden Universalität.

„Da haben wir uns in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Gerade bei den Damen, da hatten wir sechs Nationen in den Top 6 des Gesamtweltcups, sieben in den Top Ten. Welche Sportart hat dies?“, sagte Hüttel.

Gleichzeitig betonte Hüttel, dass der DSV die Kombination weiter unterstützen werde. „Wir schauen nach vorne. Der DSV hat ganz klar signalisiert, dass die Verbandsführung hinter der Disziplin steht. Wir werden eine Zeit brauchen, um diese Enttäuschung wegzustecken, dann aber nach vorne schauen und hoffen, die Chance für 2034, die nächstes Jahr beim IOC wieder auf die Agenda kommt, mit aller Kraft anzugehen.“