Das Olympia-Aus der Nordischen Kombination ist besiegelt. Wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstag nach einer Sitzung seiner Exekutive bekannt gab, gehört die traditionsreiche Mischung aus Skispringen und Skilanglauf bei den Winterspielen 2030 in den französischen Alpen nicht mehr zum olympischen Programm.

„Wir können verstehen, dass die Athleten enttäuscht sind. Wir haben aber auch sehr gute Gespräche mit dem internationalen Verband darüber geführt, welche Erwartungen in Zukunft bestehen und dass die Möglichkeit einer Teilnahme im Jahr 2034 weiterhin besteht“, sagte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry bei einer Pressekonferenz.

Pierre Ducrey, IOC-Sportdirektor, erklärte, dass man bis zuletzt mit einer Entscheidung gewartet hatte, um die Erkenntnisse von den Olympischen Winterspielen 2026 einfließen zu lassen. Man sei jedoch zum Schluss gekommen, dass es „keinen zufriedenstellenden Prozess“ gegeben habe. Selbst wenn man „einige Probleme hinsichtlich der Popularität und Universalität“ ausgemacht habe, bestätigte auch er, dass es „einen Weg“ gäbe, 2034 ins olympische Programm zurückzukehren. Man werde die Angelegenheit dann wieder „genau durchleuchten“.

Vinzenz Geiger bei den Olympischen Spielen in Mailand
Vinzenz Geiger bei den Olympischen Spielen in MailandVinzenz Geiger bei den Olympischen Spielen in Mailand© IMAGO/Eibner

Weiterhin dabei ist der Parallel-Riesenslalom der Snowboarder, der ebenfalls auf dem Prüfstand gestanden hatte. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bedauert die Entscheidung des IOC.

Letzter Platz der Beliebtheitsskala

„Ich teile die Enttäuschung der Athletinnen und Athleten, die über Jahre mit großer Disziplin, Leidenschaft und Entbehrung auf die Verwirklichung ihres olympischen Traums hingearbeitet haben und nun zunächst mit dieser Entscheidung leben müssen“, sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert: „Zugleich müssen wir anerkennen, dass das IOC das olympische Programm im Sinne zukunftsfester Spiele an veränderte Rahmenbedingungen anpassen muss.“

Die NoKo war seit der Winterspiel-Premiere 1924 in Chamonix dabei, allerdings wurde die „Königsdisziplin“ des Wintersports vor Jahren schon angezählt. Das IOC, das sich Geschlechtergleichheit auf die Fahnen geschrieben hat, formulierte einige Kritikpunkte: zu geringe internationale Verbreitung, begrenzte Zahl konkurrenzfähiger Nationen und vergleichsweise geringe globale Zuschauerreichweite. Auch im Februar Mailand und Cortina waren die Frauen, die seit 2020 Weltcups austragen, nicht zugelassen gewesen.

„Hinsichtlich der meisten Beliebtheitsindikatoren belegte die Nordische Kombination bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014, PyeongChang 2018, Peking 2022 und Mailand-Cortina 2026 den letzten Platz unter allen Disziplinen. Bei den jüngsten Olympischen Winterspielen rangierte sie bei 11 der 14 untersuchten Beliebtheitsindikatoren auf dem letzten Platz“, erklärte das IOC.

Ein Triumph für die Ewigkeit

Deutschland war in der Nordischen Kombination traditionell immer eine der Top-Nationen. Nur Norwegen konnte in der Olympia-Historie mehr Medaillen sammeln, als die deutschen Athleten.

Der legendäre Dreifachsieg bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang war der Höhepunkt der deutschen Kombinierer. Johannes Rydzek gewann die Goldmedaille, Fabian Rießle sicherte sich Silber und Eric Frenzel Bronze.