Lothar Matthäus wirft der deutschen Nationalmannschaft nach dem frühen WM-Aus einen fehlenden Fokus auf das Turnier vor. In der Bild-Sendung „Lothar legt los“ erhebt der Rekordnationalspieler heftige Vorwürfe, er stört sich vor allem an der Familienregelung des DFB .

„Frauen, Familien, alles war dabei. Viele Schlagzeilen. Ich weiß nicht, warum man jetzt schon von Anfang an die ganzen Familien dabei haben muss“, kritisierte der 65-Jährige.

Lothar Matthäus kritisiert die Nationalmannschaft
Lothar Matthäus kritisiert die NationalmannschaftLothar Matthäus kritisiert die Nationalmannschaft© IMAGO/Ulrich Wagner

DFB: Familienbesuche ärgern Matthäus

In der Tat reisten nach den Gruppenspielen einige der Spielerfrauen und Kinder mit im Mannschaftsflieger ins Teamhotel in Winston-Salem. Für den Ex-Spieler ein falsches Signal: „Die waren keine zwei Wochen in Amerika und schon waren wieder die ganzen Familien dabei. Die können im Viertelfinale einfliegen, wenn die Mannschaft was geleistet hat.“

Zu viel Ablenkung, findet der Weltmeister von 1990: „Dann geht es um Reisemöglichkeiten, um Hotelbuchungen. Das war doch alles ein Thema in der Mannschaft. Es ist nie in den Medien erschienen, aber ich weiß, dass es ein Thema war.“

Doch damit nicht genug: Wie der gut vernetzte Matthäus wissen will, sorgte das auch intern für Spannungen. „Der eine war dann sauer auf den anderen, weil bei einem die Mama mitfliegen durfte und bei dem anderen die Frau mitfliegen durfte und die Kinder. Die anderen mussten dann mit der Linienmaschine fliegen.“

Nagelsmann im Fokus

Bundestrainer Julian Nagelsmann verteidigte die Familientage im Mannschaftsquartier: „Die Regel ist seit drei Jahren gleich und bleibt auch bestehen. Auch wenn wir verlieren.“

Auch der Bundestrainer setzte auf Unterstützung aus der Heimat. Neben seiner Frau, die häufig rund um das Quartier in Winston-Salem gesichtet worden war, stattete auch seine Mutter dem Team im Hotel einen Besuch ab.