Der Blick war leer, der Kopf meist gesenkt: Charles Leclerc war ganz deutlich anzumerken, dass der Große Preis von Österreich alles andere als nach seinem Geschmack lief. Der Ferrari-Pilot erlebte einen bitteren Rückschlag in der Formel 1 und wurde durchgereicht.
„Er fährt im Niemandsland. Da geht nichts“, meinte Sky-Experte Timo Glock während des Rennens bereits. Hinterher fand er, beim Monegassen „sah es katastrophal aus“. Dabei war Leclerc von Platz zwei ins Rennen gegangen.
Der Start glückte auch noch. Dann musste er aber seinen Teamkollegen Lewis Hamilton nach einem harten Duell passieren lassen. Von da an ging es nur noch bergab. Ein Auto nach dem anderen fuhr vorbei.
“Alles hat es schwer gemacht, um ehrlich zu sein. Das Auto hatte nicht wirklich Grip auf der Hinterachse von der ersten bis zur letzten Runde. Da gibt es etwas, was wir besser machen müssen. Wir sind seit einigen Rennen im Hintertreffen – aus immer neuen Gründen. Es kommt nicht zusammen“, sagte Leclerc. Er suchte nach Gründen für die schwache Performance, fand aber keine.
Formel 1: Leclerc wirkt komplett ratlos
Er träumt seit Jahren davon, Ferrari den WM-Titel zu schenken. Doch nun kann er das schon wieder abhaken. 79 Zähler bedeuten aktuell nur noch Rang sechs in der Fahrerwertung. Die Tendenz geht steil nach unten. An eine schnelle Wende glaubt der 28-Jährige ohnehin nicht. „Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht. Im Moment sieht es sehr, sehr schwer aus.“
Für Leclerc war das Rennen fast schon traumatisch. “Wenn ich mit den anderen gekämpft habe, gab es für mich nicht viel zu holen. Ich wurde außen überholt, ich wurde innen überholt. Es war kein schönes Rennen für mich.“
Ferrari-Boss hadert: „Immer zur falschen Zeit am falschen Ort“
Immer wieder fehlt dem Monegassen in dieser Saison im Rennen die Geschwindigkeit. Regelmäßig wird er von Teamkollege Hamilton deutlich geschlagen. Sein Teamchef Fred Vasseur will die Lage dennoch nicht dramatisieren.
Er analysierte nüchtern und kritisch: „Wenn man auf zwei und drei startet, ist man enttäuscht. Wir haben versucht, gegen Mercedes und Verstappen zu kämpfen – ohne die nötige Pace zu haben. Wir haben überreagiert, die Reifen zu sehr gepusht, und am Ende die Rechnung bekommen. Mit den Aktionen im Rennen waren wir immer zur falschen Zeit am falschen Ort.“
Zudem fand er in Leclercs Frust sogar etwas Gutes. „Ich wäre nicht glücklich, wenn er nicht unzufrieden und enttäuscht wäre. Wenn man auf zwei startet und Achter wird, dann muss man es sein. Er soll sich keinen Kopf machen.“