Auch im neunten Anlauf droht Schottland bei einer WM bereits in der Vorrunde zu scheitern. Schon nach der 0:3-Niederlage gegen Brasilien im letzten Gruppenspiel rechneten selbst die Verantwortlichen mit einem Aus – aber endgültig besiegelt ist das noch nicht.

Allerdings titelte der Telegraph auch passend: „Schottland braucht ein Wunder.“ Und der Opta-Supercomputer bezifferte die Chancen der Bravehearts auf einen Einzug in die K.o.-Runde auf 0,05 Prozent.

Kenny McLean steht mit Schottland vor dem WM-Aus
Kenny McLean steht mit Schottland vor dem WM-AusKenny McLean steht mit Schottland vor dem WM-Aus© IMAGO/APL

WM 2026: Drei Spiele bestimmen Schottlands Schicksal

Zu den Fakten: Schottland schloss die Gruppe C hinter Brasilien und Marokko als Tabellendritter ab. Den einzigen Sieg gab es zum Auftakt, gegen Außenseiter Haiti gewann das Team von Steve Clarke nur knapp mit 1:0. Gegen Brasilien (0:3) und Marokko (0:1) verloren die Schotten jeweils ohne eigenen Treffer. So lautet die Tordifferenz -3 bei drei Punkten.

Im Ranking der besten Gruppendritten rutschte Schottland bereits aus den besten Acht, die sich für das Sechzehntelfinale qualifizieren.

Um doch noch den unverhofften Sprung in die K.o.-Runde zu schaffen, gehen die Blicke der „Tartan Army“ heute am späten Abend und in der Nacht auf Sonntag auf gleich drei Spiele. Dabei müssen drei konkrete Szenarien eintreten:

WM 2026: Warum Schottland Ghana die Daumen drückt

Zunächst müssen die Schotten auf einen deutlichen Sieg Ghanas gegen Kroatien (23 Uhr im LIVETICKER) mit mindestens drei Toren Unterschied hoffen. Die Kroaten würden damit Dritter bleiben in Gruppe L, hätten dann aber im Vergleich mit Schottland die um einen Treffer schlechtere Tordifferenz.

Das würde Schottland in der Tabelle der Gruppendritten aber nur um einen Platz klettern lassen. Als Neunter wären die Bravehearts auf weitere Schützenhilfe angewiesen.

WM 2026: Leisten DR Kongo und Usbekistan Schützenhilfe?

Die könnte aus Gruppe K kommen. Im Duell zwischen der DR Kongo und Usbekistan (1.30 Uhr im LIVETICKER) geht es für beide Teams „nur“ noch um Platz drei hinter Kolumbien und Portugal. Ein Remis der beiden Außenseiter wäre für die Schotten wiederum hilfreich, da dann DR Kongo mit nur zwei Punkten nicht an ihnen vorbeiziehen würde.

Ein Sieg Usbekistans würde den Schotten auch noch helfen, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Sobald die Mannschaft von Fabio Cannavaro die DR Kongo mit vier oder mehr Toren bezwingen würde, hätte das bislang punktlose Usbekistan im Vergleich zu Schottland nicht nur in Sachen Punkten aufgeschlossen, sondern auch die bessere Tordifferenz.

WM 2026: Österreich als Schottlands letzte Hoffnung

Sollte Schottland also zu dem Zeitpunkt noch auf Platz neun liegen, ist Österreich die letzte Hoffnung. Ralf Rangnicks ÖFB-Auswahl würde mit einem Sieg mit zwei oder mehr Toren Unterschied den Algeriern die Tordifferenz verhageln, sodass die Schotten doch noch unter die besten acht Gruppendritten rutschen würden.

Allerdings würde auch ein Unentschieden zwischen Österreich und Algerien beiden Teams zum sicheren Weiterkommen genügen. Auf den Zweitplatzierten in der Gruppe J wartet im Sechzehntelfinale im Übrigen Spanien als Gegner. Von einem möglichen Taktieren und einer Wiederholung der legendären „Schande von Gijon“ wollte Rangnick im Vorfeld nichts wissen.

Aber das ist ein anderes Thema. Die Schotten können derweil nur abwarten. Groß ist die Hoffnung allerdings nicht mehr, wie Clarke nach der Niederlage gegen Brasilien einräumte.„Ich denke, wir fahren nach Hause“, sagte der 62-Jährige: „Ganz sicher.“ Zu 99,95 Prozent.