DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig sieht die deutsche Nationalmannschaft für die Alles-oder-Nichts-Spiele bei der Fußball-WM gut gerüstet. „Wir wissen, dass wir nun das Messer am Hals haben in den K.o.-Spielen. Das hatten wir schon einmal gegen die Slowakei. Auch da war der Druck groß“, sagte Rettig vor dem Sechzehntelfinale am Montag gegen Paraguay (ab 22.30 Uhr im LIVETICKER) bei Magenta TV.
Deutschland hatte im November im finalen Qualifikationsspiel gegen die Slowakei zwingend einen Sieg benötigt – und gewann mit 6:0. „Wir werden am Montag das Slowakei-Gesicht sehen und nicht das Ecuador-Gesicht“, sagte Rettig. Gegen Ecuador hatte das DFB-Team zum Abschluss der Gruppenphase 1:2 verloren.
Diese Niederlage sei „für uns ein ungewohntes Gefühl nach elf Siegen in Folge“ gewesen, so Rettig: „Aber ich denke, das war ein wichtiges Spiel.“
WM: Rettig stellt sich vor Nagelsmann
Gleichzeitig verteidigte Rettig Bundestrainer Julian Nagelsmann, der nach dem Ecuador-Spiel von fehlendem Engagement seiner Spieler angesichts des schon feststehenden Gruppensiegs nichts hatte wissen wollen. „Ich muss schon schmunzeln, dass einige nach dem Spiel erstaunt waren, wie Julian Nagelsmann seine Spieler verteidigt. Das erwarte ich von einem Trainer“, sagte Rettig.
Kapitän Joshua Kimmich hatte anders als Nagelsmann selbstkritisch eingeräumt, dass „der Gegner mehr gewinnen wollte als wir“. Rettig sah darin keinen Widerspruch. „So können die Spieler auch selbst den Finger in die Wunde legen – auch unser Kapitän“, sagte er.