Scharfe Kritik von Berti Vogts! Die 79 Jahre alte Fußball-Legende hat klare Worte zu Bundestrainer Julian Nagelsmann und dem ganzen DFB-Team gefunden.
„Ich habe mich sehr geärgert über das 1:2 der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador“, schrieb er in seiner Kolumne bei der Rheinischen Post. Vogts verriet, dass er sich im Vorfeld auf das dritte WM-Gruppenspiel gefreut habe – „und dann sieht man so eine Leistung“. Die Legende erklärte in aller Deutlichkeit: „So darf eine deutsche Mannschaft nicht auftreten.“
Seiner Meinung nach habe Ecuador vorgemacht, worauf es bei einer WM ankomme, denn man hätte bei jedem einzelnen Spieler den Siegeswillen gesehen. „Sicher, für Ecuador ging es darum, im Turnier zu bleiben. Aber auch für die deutsche Mannschaft war es kein Larifari-Spiel“, schrieb Vogts.
Ihn habe vor allem das Mittelfeld enttäuscht, denn einige Spieler seien nur nebenhergelaufen: „Das war teilweise Alibi-Fußball“. Vogts fordert eine andere Körpersprache.
„Nagelsmann muss Warnsignale wahrnehmen“
Gleichzeitig meinte er, dass der Bundestrainer wichtige Schlüsse aus der Partie ziehen könne, auf wen er sich verlassen kann und auf wen nicht. „Für ihn kann und muss das Ecuador-Spiel ein Augenöffner sein“, sagte der 79-Jährige. Er fügte hinzu: „Vielleicht muss er auch im Training noch mal anders hinschauen und Warnsignale wahrnehmen.“
Zugleich kritisierte Vogts aber auch Nagelsmann, denn er konnte die Auswechslung von Kapitän Joshua Kimmich in der 60. Minute nicht nachvollziehen.
Diese Kimmich-Debatte hält sich hartnäckig
„Jedes Team braucht seinen Kapitän, er hätte in der Situation die Mannschaft anführen müssen bis zum Schluss. Aber er ging vom Platz. Was für eine Botschaft ist es, wenn der Kapitän in einem Spiel, das so schwierig ist, mittendrin eine Pause bekommt?“, hinterfragte der Weltmeister von 1974 (als Spieler) und Europameister von 1996 (als Trainer) die Entscheidung von Nagelsmann.
Vogts findet, dass es für alle Beteiligten schwierig wird, sich auf das Sechzehntelfinale am kommenden Montag vorzubereiten, denn noch steht nicht fest, auf wen die deutsche Mannschaft trifft.
Vogts Appell an die Mannschaft
Die Legende betonte, dass es nun darum gehe, den kommenden Gegner zu schlagen, egal gegen wen es gehe. Er traue dem DFB-Team zu, sich wieder anders zu präsentieren, wenn die K.o.-Phase starte.
Diesbezüglich appellierte Vogts abschließend: „Es ist aber auch dringend nötig. Sonst sitzen die Deutschen am Dienstag im Flugzeug in die Heimat. Das wäre ganz bitter für unseren Fußball. Dieser Verantwortung sollten sich der Trainer und jeder Spieler bewusst sein.“