Die 1:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador im abschließenden WM-Gruppenspiel gegen Ecuador hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Aus der insgesamt durchwachsenen Mannschaftsleistung konnte sich auch Kapitän Joshua Kimmich nicht positiv hervorheben.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus übte nach dem Spiel Kritik an der Rolle des 31-Jährigen. „Ich sehe Joshua auf dem Platz nicht so, wie ich ihn seit Jahren kenne. Er bemüht sich. Hinten dribbelt er sehr viel. Heute hat er in der elften Minute den Ball verloren, es hätte eigentlich eine Riesenchance gegeben, da hat die Schiedsrichterin noch einmal eine Fehlentscheidung gemacht. Er ist nicht da, wo er sein soll“, wählte der Experte bei der Bild klare Worte.

Joshua Kimmich muss unter Julian Nagelsmann als Abwehrspieler ran
Joshua Kimmich muss unter Julian Nagelsmann als Abwehrspieler ranJoshua Kimmich muss unter Julian Nagelsmann als Abwehrspieler ran© IMAGO/Sven Simon

Kimmich? „Er fehlt mir auf dem Platz“

Kimmich war wie bereits gegen Curacao und gegen die Elfenbeinküste als Rechtsverteidiger im Einsatz und fungierte im Spielaufbau meist als rechter Innenverteidiger neben Jonathan Tah und Antonio Rüdiger. Matthäus sieht das nicht als optimale Rolle für den Bayern-Star an.

„Er fehlt mir auf dem Platz. Er fehlt mir auf einer Position, auf der er einfach mehr Einfluss hat“, stellte der 65-Jährige die Rolle von Kimmich infrage.

Auch aufgrund der ungewohnten Rolle sieht Matthäus eine enorme Diskrepanz zwischen dem Kimmich des FC Bayern und dem Kimmich der Nationalmannschaft.

Matthäus legt Finger in die Wunde: „Ein riesengroßer Unterschied“

„Wenn ich seine Leistung bei Bayern München sehe und jetzt in der Nationalmannschaft, das ist ein riesengroßer Unterschied – leider in die falsche Richtung“, monierte der TV-Experte. Seine Auftritte in München seien schließlich „Weltklasse“.

Matthäus würde sich wünschen, dass Nagelsmann die Rolle von Kimmich hinterfragt und gegebenenfalls eine Veränderung vornimmt. „Wenn ich hinten irgendwo eine Alternative zu Kimmich habe, dann macht man ihm einen Gefallen und holt ihn von da hinten weg“, empfahl er Julian Nagelsmann.

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WM 2026: Versetzung von Kimmich nicht geplant

Beim Spiel gegen Ecuador wurde Kimmich – wie vor dem Spiel abgesprochen war – in der 60. Minute durch Malick Thiaw ersetzt. Der Newcastle-Profi ist ein gelernter Innenverteidiger, der aber auch rechts hinten verteidigen kann und wäre damit genauso wie Waldemar Anton eine denkbare Option.

Die Chance, dass tatsächlich einer der Defensiv-Spezialisten in die Kimmich-Rolle rückt, ist aber so gut wie ausgeschlossen. „Ich will auf Felix und Pavlo nicht verzichten. Ich finde, dass sie es gut machen. Im Fußball kann man nichts ausschließen, aber ein Wechsel ist nicht geplant“, machte Nagelsmann deutlich. Zudem sei Kimmich bei der EM 2024 „als Verteidiger top in allen Werten“ gewesen.