Die deutsche Nationalmannschaft hat das letzte WM-Gruppenspiel gegen Ecuador enttäuschend mit 1:2 verloren. Für Weltmeister Mats Hummels war es ein Auftritt, der ihm Sorgen bereitet.
„Wir haben hier ein Spiel, in dem du nicht diese Selbstverständlichkeit hinkriegst, einfach am Ball ruhig zu bleiben und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sondern dass du auch da unruhig wirst, Ballverluste hast und den Gegner einlädst“, erklärte der Experte von MagentaTV seine Sorgen.
Vor dem 1:1 war dem bisher so stark aufspielenden Felix Nmecha der Ball bei der Annahme versprungen, er hatte so entscheidenden Anteil am Gegentreffer. Nilson Angulo nutzte den Fehler des Dortmunders eiskalt aus und erzielte früh den Ausgleich.
WM: Hummels-Sorgen vor K.o.-Runde
Vor allem mit Blick auf die K.o.-Runde und ein mögliches Duell mit Frankreich warnte Hummels vor ähnlichen Situationen: „Wie soll es dann werden, wenn es richtig um alles geht? Wenn da Frankreich gegenübersteht? Wenn du weißt, der Fehler kann das Ausscheiden bedeuten?“
Die DFB-Elf stand bereits vor dem Spiel als Gruppenerster fest und bestreitet ihr Sechzehntelfinale am 29. Juni (22.30 Uhr MESZ). Der Gegner steht noch nicht fest. Was jedoch feststeht: Sollte Frankreich seine Gruppe sowie das anschließende Sechzehntelfinale gewinnen, würde das Starteam um Kylian Mbappé, Michael Olise und Co. auf die deutsche Mannschaft treffen – sofern diese es bis ins Achtelfinale schafft.
Zwischendurch war der DFB-Elf dabei die Partie entglitten, Moderator Johannes B. Kerner fragte den ehemaligen Weltklasse-Innenverteidiger deshalb, was er in dieser Situation gemacht hätte: „Ich hätte auf jeden Fall versucht, wenn es okay wäre für den Trainer, wieder weiter vorne ins Pressing zu gehen, sich nicht so tief reinfallen lassen. Du kannst auch gegen den Ball ein Spiel beherrschen, dominieren und dann wieder weiter vorne angreifen“, erklärte er. Doch das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann tat sich weiterhin schwer und blieb tief stehen.
Hummels: „Das ist eine Charakterfrage“
Die Lösung für Hummels? „Dann muss dein Mittelfeld trotzdem ultra aggressiv angreifen. Wenn die gegnerischen Spieler 30, 35 Meter vor dem Tor Platz und Zeit haben, dann machen fast alle Nationen auf dieser Welt richtige Entscheidungen, spielen die richtigen Pässe. Du musst die stressen.“ Doch auch das blieb aus.
Genau deshalb gebe es für Hummels in dieser Hinsicht noch Luft nach oben:“Das fehlt mir ein bisschen bei der Mannschaft. Das ist natürlich ein Thema der Einstudiertheit, des Wollens von dem Ganzen. Aber es ist auch eine Charakterfrage. Es gibt mit Sicherheit auch deutsche Spieler, die das machen würden. Aber wir haben eine Mannschaft, die da ein bisschen zaghafter ist“, stellte er klar.