Die Zusammenarbeit mit Hasan Ismaik ist seit der Kündigung des Kooperationsvertrags durch den eingetragenen Verein TSV München von 1860 Anfang Juni offiziell beendet – doch geschlossen ist das Kapitel mit dem Investor noch nicht.

Am Dienstag scheiterte eine Einigung mit dem jordanischen Geschäftsmann, die Frist, die Insolvenz doch noch abzuwenden, verstrich. Am Mittwoch hat sich Ismaik in den Sozialen Medien zu Wort gemeldet und sich erneut für juristische Schritte stark gemacht.

Hasan Ismaik stieg vor 15 Jahren als Investor bei 1860 München ein
Hasan Ismaik stieg vor 15 Jahren als Investor bei 1860 München einHasan Ismaik stieg vor 15 Jahren als Investor bei 1860 München ein© IMAGO/Ulrich Wagner

Ismaik hält „juristische Aufarbeitung für notwendig“

„Ich bin überzeugt, dass viele der Entwicklungen, die wir heute erleben, nicht zufällig entstanden sind. Deshalb halte ich eine vollständige und transparente rechtliche Aufarbeitung für notwendig“, schrieb Ismaik. Zuvor hatte er dem Verein bereits mit einer Klage gedroht.

„Sollte sich dabei herausstellen, dass Entscheidungen oder Maßnahmen bewusst auf ein bestimmtes Ergebnis hingeführt haben, dann wird dies grundlegende Fragen über Verantwortung, Glaubwürdigkeit und die Zukunft des Vereins aufwerfen“, ergänzte der 48-Jährige. Es gehe ihm dabei nicht um persönliche Auseinandersetzungen: „Es geht um die Wahrheit.“

Eingangs seines Statements beklagte Ismaik, dass sich kurz nach seinem Einstieg bei den Münchner Löwen vor 15 Jahren das Klima grundlegend geändert habe.

Ismaik beklagt Vorwürfe gegen sich

„Schon früh entstand eine Erzählung, ich wolle die Identität des Vereins verändern, seine Farben oder sein Wappen. Tatsächlich habe ich solche Forderungen niemals gestellt. Dennoch wurden diese Vorwürfe über Jahre hinweg wiederholt und prägten die öffentliche Wahrnehmung“, schrieb Ismaik.

Rückblickend stelle sich für ihn die Frage, „ob jemals ein ernsthaftes Interesse an einer langfristigen Partnerschaft bestand oder ob das eigentliche Ziel stets darin lag, den Investor unter Druck zu setzen, finanziell zu belasten und letztlich zum Rückzug zu bewegen“.

1860 München hatte Anfang Juni keine Lizenz für die 3. Liga bekommen. Ismaik hatte einen Darlehensvertrag gekündigt, wodurch den Löwen eine Finanzierungslücke in Höhe von 2,7 Millionen Euro entstand.