Es wäre seine hochverdiente Belohnung gewesen. Im Duell zwischen Frankreich und dem Irak kam Olise rechts im Strafraum an den Ball, blickte einmal kurz hoch, schaute, wo Keeper Ahmed Basil stand, nur um dann elegant über den Keeper zu chippen. Lediglich der Querbalken verhinderte, dass Olise sich am zweiten Spieltag erstmals bei der WM in die französische Torschützenliste eintrug.
Wie bereits auf Vereinsebene so häufig, glänzt der Offensivmann des FC Bayern auch im Team von Trainer Didier Deschamps dafür als Zulieferer. Bei den Münchnern steuerte er in der Bundesliga 19 Vorlagen zur früh gesicherten Meisterschaft bei – hinzu kommen drei Assists im DFB Pokal und sieben in der Champions League.
Auch bei „Les Bleus“ nahm er nach seinem Traumdreierpack bei der gelungenen Generalprobe gegen Nordirland schnell wieder die Rolle als Zulieferer ein. Nachdem seine beiden Assists gegen den Senegal die französischen Fans und die Presse verzückten, begann der 24-Jährige im zweiten WM-Spiel dort, wo er aufgehört hatte. Auf seiner Lieblingsposition als Zehner fühlte er sich pudelwohl.
Unspektakulär, aber gedankenschnell legte Olise die Kugel Kylian Mbappé in den Fuß, der mit einem traumhaften Schlenzer veredelte (14.). Fortan hielten die Iraker das französische Star-Ensemble weitgehend in Schach. Nach der Halbzeitpause, die dank eines Unwetters in Philadelphia über zwei Stunden dauerte, schaltete die französische Offensive einen Gang hoch.
WM 2026: Olise erntet Lob in französischer Presse
Der umtriebige wie ballsichere Olise initiierte zahlreiche Angriffe und fand nach einem sehenswerten Solo den dritten Superstar in der Angriffsreihe. Ousmane Dembélé vollendete Olises Steilpass zum 3:0-Endstand.
Es war die vierte Vorlage im zweiten WM-Spiel überhaupt. So kommt das Lob von der französischen Presse wenig überraschend. „So intelligent und präzise wie eh und je“, meinte RMC Sport. Die L’Équipe hob die Entscheidungsfindung des Offensivakteurs hervor.
Die drei Stars kommen vorne also richtig ins Rollen. So kämpfen die Franzosen am Freitag mit Norwegen um den Gruppensieg (21 Uhr, live im SPORT1-Ticker). Ein Duell, das auch richtungsweisend für die DFB-Elf sein könnte. Gewinnt Frankreich die Gruppe I, trennen die beiden Nachbarländer nur das Sechzehntelfinale von einem direkten Duell im Achtelfinale.
Dann würde Olise auf einige seiner Münchner Teamkollegen treffen. Vielleicht haben ja Tah, Kimmich und Co. ein Rezept gegen die französische Allzweckwaffe. Die Wahrscheinlichkeit, dass Olise sich bereits vorher den Traum eines ersten WM-Tores erfüllt, ist hoch. Schließlich fehlten ihm gegen den Irak nur ein paar Zentimeter.