Ein erfolgreiches WM-Debüt, eine entscheidende Torvorlage – und das alles vor den Augen der gesamten Familie: Nadiem Amiri war überglücklich. „Ich musste 25 Karten organisieren, was sehr, sehr viel ist. Das Spiel so zu drehen mit der Vorlage zum 1:1, ist für mich das perfekte Debüt gewesen“, sagte der deutsche Nationalspieler nach dem 2:1 (0:1)-Sieg im zweiten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft gegen die Elfenbeinküste in Toronto.

Seine Familie wohnt in der kanadischen Metropole, auch Amiris Ehefrau Nele und die beiden Söhne waren vor Ort. Sie sahen, wie der Mittelfeldspieler in der 60. Minute ins Spiel kam. „Meine Mutterseite wohnt in Toronto. Ich habe schon vor der WM gesagt, dass das Spiel hier für mich ein sehr besonderes Spiel ist“, sagte Amiri.

Nadiem Amiri schrie seine Freude heraus
Nadiem Amiri schrie seine Freude herausNadiem Amiri schrie seine Freude heraus© IMAGO/Newspix

Amiri „wusste: Der ist drin“

Kurz darauf schlug er die Flanke, die Deniz Undav (68.) zum Ausgleich vollendete. „Ich hatte ein, zwei Minuten vorher schon eine Flanke auf Deniz gebracht, die dann zum Eckball geworden ist. Ich hatte schon ein gutes Gefühl. Als der Ball vom Fuß weggegangen ist, wusste ich: Der ist drin“, sagte er.

Der Mainzer Profi musste mit seinen Gefühlen kämpfen. „Es ist wie ein Traum, einfach unglaublich“, sagte er. Zugleich betonte Amiri, wie bedeutend Bundestrainer Julian Nagelsmann für ihn ist: „Julian ist für mich wie ein Ziehvater im Fußball. Er war für meine Entwicklung enorm wichtig.“

Die Emotionen in diesem wichtigen Moment konnte der 29-Jährige noch gar nicht vollumfänglich greifen. „Alle haben gejubelt, nicht nur ich. Das ganze Stadion ist beim 1:1 durchgedreht, weil es ein erlösender Moment war für uns alle. Wir Spieler haben so viel Druck auf dem Kessel bei solchen Spielen. Wenn sich der Knoten löst, sind immer viele Emotionen dabei. Da freuen sich alle. Beim 2:1: Wie alle mitgejubelt haben, alle reingerannt sind: Solche Bilder haben wir lange nicht mehr gesehen“, beschrieb Amiri.

Deutschland schon in WM-K.o.-Runde

Er wandte sich auch an die vielen deutschen Fans, die im Stadion waren. „Ich bin wirklich sehr, sehr überrascht, wie viele hier waren. Das ganze Stadion war ja eigentlich Deutschland. Die Fans wissen gar nicht, wie viel uns das bedeutet und wie viel Kraft uns das gibt“, betonte er: „Es war wie ein Heimspiel und wir sind einfach nur glücklich, dass wir den Fans den Sieg schenken konnten.“

In der vierten Minute der Nachspielzeit erzielte Undav, der gleichzeitig mit Amiri eingewechselt worden war, den Siegtreffer. Durch den Erfolg erreichte die DFB-Auswahl vor dem dritten Gruppenspiel am Donnerstag (22.00 Uhr im LIVETICKER) in New York gegen Ecuador vorzeitig das Sechzehntelfinale.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)