Es wäre ein unrühmlicher Abgang von Lionel Messi gewesen. Die argentinische Ikone versenkte Algerien mit drei Treffern inklusive Traumtor beinahe im Alleingang. Wäre Referee Szymon Marciniak etwas strenger gewesen, wäre „La Pulga“ allerdings mit nur einem Treffer im Gepäck vom Feld gegangen.

In der 31. Minute erwischte Messi Kapitän Aissa Mandi mit der offenen Sohle an der Wade. Eine Karte ließ Marciniak stecken, auch der VAR griff nicht ein. Zu Unrecht? Messis MLS-Rivale Thomas Müller spricht sich gegen einen Platzverweis aus.

Das Foul von Lionel Messi sorgt für große Diskussionen
Das Foul von Lionel Messi sorgt für große DiskussionenDas Foul von Lionel Messi sorgt für große Diskussionen© IMAGO/Xinhua

Thomas Müller: „Aus meiner Sicht nicht Rot“

„Aus meiner Sicht sollte es nicht Rot geben, aber ich bin nicht der Regelhüter. Mir fehlt für Rot sowohl die Dynamik, als auch die Intensität“, meinte der TV-Experte am MagentaTV-Mikrofon. Dennoch beschrieb der Ex-Bayern-Spieler das Foul als „heutzutage Rot“.

Das Trefferbild hätte einen Platzverweis wohl gerechtfertigt – auch weil keine Chance bestand, den Ball zu treffen. Müller jedoch findet: „Es sieht nicht so aus, als ob viel Kraft drauf war.“ Tatsächlich hatte es Mandi nicht schlimmer erwischt. Der Kapitän absolvierte die vollen 90 Minuten.

Der Bayern-Ikone ist dabei durchaus bewusst, dass in der jüngeren Fußballgeschichte ähnliche Vergehen, des Öfteren mit der Roten Karte geahndet wurden – häufig auch nach VAR-Einschreiten. Deshalb müsse man „schauen, dass wir einheitlich pfeifen“.

Half Messi der große Name weiter?

Hatte Messis großer Name vielleicht einen Einfluss auf die Entscheidungsfindung des polnischen Unparteiischen? Auf die Frage, ob bei Messi manchmal ein Auge mehr zugedrückt werde, antwortete der TV-Experte: „Der Mensch ist der Mensch – und: ja. Das heißt jedoch nicht, dass ich das richtig finde.“

Das Foul sorgt weiterhin für große Diskussionen. Ex-Schiedsrichter und Magenta-TV-Experte Patrick Ittrich sprach sich klar für einen Platzverweis aus: „Für mich ist das eine Rote Karte. Wir haben diverse Beispiele aus der Bundesliga, wo das mit Rot bestraft wurde.“ Dieselbe Linie vertrat Kollege Thorsten Kinhöfer im ZDF.

Klar ist: Hätte der Schiedsrichter Messi vom Platz gestellt, wäre der Argentinier noch nicht mit Miroslav Klose als WM-Rekord-Torschütze (16 Treffer) gleichgezogen. Da er ohne Rote Karte davongekommen ist, bietet sich ihm nun bereits am Dienstag gegen Österreich (19 Uhr, im LIVETICKER) die Chance, Klose zu überholen.