Der Trainer-Knall bei RB Leipzig ist offiziell! Ole Werner ist nicht länger Coach beim Fußball-Bundesligisten. Das gaben die Sachsen am Mittwochnachmittag in einer Mitteilung bekannt. Als Nachfolger wird Martin Demichelis gehandelt. Dies bestätigte RB jedoch nicht, kündigte jedoch eine „zeitnahe“ Info über die künftige Besetzung an.
Demnach wurden auch Werners Assistenten Tom Cichon und Patrick Kohlmann freigestellt. „Wir haben die abgelaufene Saison in den vergangenen Tagen noch einmal intensiv und abschließend analysiert. Am Dienstagabend haben wir dann den Beschluss gefasst, die Position des Cheftrainers neu zu besetzen“, erklärte Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer den Schritt.
Werner-Aus bei RB Leipzig: Klopp offenbar treibende Kraft
Schäfer begründete die bemerkenswerte Entlassung beim Tabellendritten der vergangenen Saison damit, dass eine „inhaltliche Weiterentwicklung und eine veränderte Herangehensweise für die vor uns liegenden Aufgaben erforderlich“ seien.
Zuletzt hatte der kicker von inhaltlichen Bedenken und angeblich fragwürdiger Kommunikation berichtet. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll Werners Verhältnis zu Jürgen Klopp, Head of Global Soccer bei RB, merklich abgekühlt gewesen sein – Klopp habe schon während der vergangenen Saison mehrfach für eine Trennung von Werner plädiert. Schäfer allerdings habe erfolgreich für Werners Verbleib gekämpft – vorläufig.
Die Leipziger Volkszeitung meldet, dass Klopp und sein „Global Soccer Team“, dem unter anderem auch Ex-Nationalstürmer Mario Gomez angehört, treibende Kraft hinter Werners Aus gewesen sei.
Den mächtigen Beratern habe Werners Spielidee nicht mehr gefallen, auch bei der Qualifikation für die Champions League sei trotz vier Punkten Vorsprung auf Platz 5 „zu viel Glück“ im Spiel gewesen.
„Wir sind beratend tätig als Global Team. Aber natürlich heißt beratend, dass wir in der Entscheidungsfindung mit dabei waren“, kommentierte der aktuell als TV-Experte bei der WM tätige Klopp bei MagentaTV – und begründete die Trennung: „Wir haben die Saison analysiert. Ole hat einen klasse Job gemacht, wir haben uns für die Champions League qualifiziert. Aber wir müssen auch zeitgleich nach vorne gucken. Wenn wir darüber nachgedacht haben, wie das aussehen könnte mit der Belastung, die auf uns zukommt, dann hat man sich in Leipzig für einen Wechsel entschieden.“
Werner bekam nur ein Jahr Zeit
Der 38 Jahre alte Werner war seinen Posten bei den Sachsen erst am 1. Juli 2025 angetreten. Zuvor hatte er vier Jahre bei Werder Bremen verbracht.
Nach einer enttäuschenden Spielzeit führte Werner die Leipziger Elf direkt wieder in die Spitzengruppe der Bundesliga. Nach einem 0:6-Debakel am 1. Spieltag in München folgten in der Bundesliga 20 Siege und fünf Unentschieden. Im Pokal gab es das Aus gegen den späteren Sieger FC Bayern (0:2).
Zudem sorgte der Coach dafür, dass zuvor unbeschriebene junge Spieler wie Yan Diomande wie aus dem Nichts durchstarteten. Auch Assan Ouédraogo wurde dank des Norddeutschen zum Nationalspieler.
Werners wahrscheinlicher Nachfolger Demichelis hat sich 2023 als Meistertrainer bei River Plate in seiner Heimat Argentinien verewigt. Erst im Februar 2026 hatte der frühere Verteidiger und Nachwuchs- und Reserve-Coach des FC Bayern bei LaLiga-Absteiger RCD Mallorca in Spanien sein erstes größeres Engagement in Europa begonnen. Noch vor wenigen Wochen hatte er seinen Vertrag dort bis 2028 verlängert.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)