Als Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck am Donnerstag auf der Pressekonferenz erschienen, war der Ton schnell gesetzt. „Ihr seid zusammen fürs Team der sichere Rückhalt vor dem Tor“, sagte Pressesprecherin Franziska Wülle. Sie ist nicht die Einzige, die keinerlei Zweifel daran lässt, dass am Sonntag gegen Curacao Tah und Schlotterbeck das Innenverteidigerpärchen bilden werden.
Das hat gute Gründe: Dreizehnmal standen beide gemeinsam auf dem Platz. In diesen 878 Minuten ist die DFB-Elf ungeschlagen und kassierte lediglich zwölf Gegentore. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Nationalmannschaft zuletzt nicht gegen die Elite des Weltfußballs antreten musste.
Gerade der selbstbewusste Schlotterbeck fand für sich selbst und Tah lobende Worte und offenbarte, dass er sich an der Seite seines Kollegen auch deswegen so wohlfühle, weil der das Kommando führe. Eine Rolle, die beim BVB Waldemar Anton übernehme. Für den Fall einer Sperre oder Verletzung Tahs eine interessante Sichtweise und eine Andeutung, die zu einer bestimmten Frage führt: Wer ist eigentlich die Nummer 3 in der deutschen Innenverteidigung?
Anton von den Ersatzspielern vor Rüdiger?
„Sollte sich Tah verletzten, könnte ich mir vorstellen, dass der Bundestrainer darüber mit Nico Schlotterbeck spricht und der sich dann für Waldemar Anton ausspricht – eben weil er ihn aus Dortmund kennt und dort von ihm geführt wird“, sagt SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger in der aktuellen Folge des Podcasts „Die WM-Kabine“. Die Aussagen Schlotterbecks deuteten eindeutig darauf hin.
Eine Konstellation, die Antonio Rüdiger hart treffen würde. Der war schließlich über viele Jahre hinweg eine feste Größe in der Nationalmannschaft, Führungsspieler und vor allem bei der Heim-EM 2024 Deutschlands bester Defensivmann. „Ein Schlotterbeck könnte sich natürlich auch an Antonio Rüdiger anlehnen. Aus der Erfahrung der letzten Wochen sehe ich aber Anton vor ihm. Er ist wahnsinnig flexibel und hat in Dortmund eine bärenstarke Saison gespielt. Dort ist er der Abwehrchef“, erklärt daher Manfred Sedlbauer, der als SPORT1-Reporter ebenfalls die Nationalmannschaft begleitet.
Ist Rüdiger also außenvor? Davon darf man noch nicht ausgehen, schließlich hat er es trotz kritischer Stimmen aus der Öffentlichkeit in den WM-Kader geschafft. Bundestrainer Julian Nagelsmann schätzt den 33-Jährigen weiterhin und auch Kumberger sieht Verwendung für Rüdiger.
Rüdiger noch nicht abgeschrieben
„Ich finde schon, dass die DFB-Elf ein bisschen herbere Spielertypen wie ihn braucht – und wenn es nur darum geht, einen Vorsprung über die Zeit zu bringen“, erklärt der Insider. Für ihn sei der Real-Star noch nicht abgeschrieben.
Die ganze Diskussion um die Innenverteidigung und die anderen Brennpunkt-Themen rund um die deutsche Nationalmannschaft hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die WM-Kabine“ mit DFB-Reporter Manfred Sedlbauer und Chefreporter Stefan Kumberger.