Mangelnden Einsatz konnte man ihm nicht vorwerfen. Jamal Musiala ackerte, biss und lief. Doch die Leichtigkeit ist noch nicht zurück. Auch der etwas schmeichelhafte 2:1-Erfolg gegen die USA offenbarte: Dem Bayern-Star fehlen noch einige Prozente zu seiner Bestform. Für Julian Nagelsmann könnte das zu einer unbequemen Situation werden.

Wirtz und Musiala noch nicht in Topform

Generell blieb das deutsche Zauberduo „Wusiala“ gegen den WM-Gastgeber unter seinen Möglichkeiten. Das zeigt einmal mehr: Funktionieren die beiden wichtigsten Offensivspieler nicht, tut sich auch die gesamte Mannschaft schwer.

Jamal Musiala ist vor der WM noch nicht in Topform
Jamal Musiala ist vor der WM noch nicht in TopformJamal Musiala ist vor der WM noch nicht in Topform© IMAGO/ZUMA Press Wire

Während Florian Wirtz in den vergangenen Wochen bereits Topform erreichte, etwa bei seiner Gala beim 4:3 gegen die Schweiz mit zwei Toren und zwei Vorlagen, ist Musiala nach seinem schweren Wadenbeinbruch und der Sprunggelenksverletzung noch weit von 100 Prozent entfernt. Zwar traf er wie Wirtz gegen Finnland sehenswert, doch im Spiel wirkt er längst noch nicht so unbeschwert wie vor seiner Verletzung.

„Jamal kommt immer besser in Tritt. Flo ist eh top drauf über Wochen, auch wenn er verletzt oder gesundheitlich angeschlagen war in Liverpool die letzten Wochen. Trotzdem hat er sich in dem Jahr super entwickelt“, erklärte Nagelsmann nach dem Erfolg gegen die USA.

Musiala ist das Sorgenkind des DFB-Teams

Musiala ist aktuell das Sorgenkind des DFB-Teams. Gegen die USA gelang ihm gerade einmal ein erfolgreiches Dribbling. In den Zweikämpfen ließ er sich bislang noch zu leicht wegschieben. Auch die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nur vier seiner 15 direkten Duelle gewann der Offensivspieler. Zudem ist bei Passschärfe, erstem Kontakt und Entscheidungsfindung weiterhin Luft nach oben.

Dass der 23-Jährige nach seiner langen Verletzungspause zum WM-Start noch nicht in Bestform sein würde, war von Anfang an klar. Wie wichtig Musiala für Nagelsmanns erste Elf ist, betonte der Bundestrainer bereits vor Wochen. Demnach sei Musiala „mit nur 70 bis 80 Prozent seiner Leistungsfähigkeit besser als viele andere Spieler weltweit“.

Auch deshalb ist es nur nachvollziehbar, dass Nagelsmann seinem Star aktuell Spielpraxis verschafft. Denn das Spiel der deutschen Mannschaft hängt enorm von einem funktionierenden Duo „Wusiala“ ab.

Florian Wirtz (l.) und Jamal Musiala konnten gegen die USA nicht überzeugen
Florian Wirtz (l.) und Jamal Musiala konnten gegen die USA nicht überzeugenFlorian Wirtz (l.) und Jamal Musiala konnten gegen die USA nicht überzeugen© IMAGO/Uwe Kraft

Musiala? „Da mache ich mir keine großen Sorgen“

„Beides sind extrem wichtige Spieler. Klar: Jamal braucht immer noch ein bisschen Zeit. Aber er hat auch noch eine Woche. Bis dahin ist er bei 100 Prozent. Ich finde, dass er heute die Situation schon besser gelöst hat als gegen Finnland. Er hat zwei herausragende Pässe gespielt. Da mach ich mir keine großen Sorgen. Beide haben es gut gemacht. Und ich bin mir auch sicher, dass sie im Ernstfall ein, zwei Gänge zulegen können“, ist der 38-Jährige überzeugt.

Doch was, wenn Nagelsmann irrt? Dem Bundestrainer bleibt nur die Hoffnung, dass Musiala bald wieder zu alter Stärke findet. Andernfalls könnte er irgendwann vor einer unangenehmen Entscheidung stehen und nach Alternativen suchen müssen.

Musialas Wettlauf gegen die Zeit

Sechs Tage bleiben ihm noch, um den nächsten Schritt nach vorne zu machen. Auch beim WM-Auftakt gegen Curacao (14. Juni, ab 19 Uhr im LIVETICKER) dürfte Musiala womöglich noch nicht in voller Stärke gebraucht werden.

Doch spätestens gegen die Elfenbeinküste am 20.06 (im LIVETICKER). und vor allem gegen Ecuador am 25.06 im (LIVETICKER). benötigt das DFB-Team seinen Unterschiedsspieler – und zwar in Topform.

Es wird ein Wettlauf gegen die Zeit.