Leicht dürfte es für ihn nicht gewesen sein. Am Vormittag (Ortszeit USA) wurde bekannt, dass der FC Bayern Nathaniel Brown verpflichten möchte – und, dass auch der 22-Jährige bereits im Sommer nach München wechseln möchte. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings bereits klar, dass er wenige Stunden später auf der digitalen Pressekonferenz des DFB Rede und Antwort stehen würde. Möglicherweise wurde die Veranstaltung deshalb kurzfristig um eine halbe Stunde verschoben, um ihn bestmöglich auf sich anbahnende Fragen zu seiner Zukunft vorzubereiten.

Die erste Antwort des Frankfurters auf die erwartbare Frage lautete: „Ich konzentriere mich voll und ganz auf die WM, deshalb werde ich das jetzt auch nicht kommentieren.“ Auch eine weitere Nachfrage ließ der Youngster ins Leere laufen.

Nathaniel Brown hat sich mündlich mit dem FC Bayern auf einen Wechsel geeinigt
Nathaniel Brown hat sich mündlich mit dem FC Bayern auf einen Wechsel geeinigtNathaniel Brown hat sich mündlich mit dem FC Bayern auf einen Wechsel geeinigt© IMAGO/MB Media Solutions

Klar ist: Die Berichte, die auch SPORT1 bestätigen kann, wollte er nicht dementieren. Für den Frankfurter Shootingstar ist der FC Bayern bereit, tief in die Tasche zu greifen. Doch der Rekordmeister hat klare Grenzen.

Bayern-Aufsichtsrat ist von Brown überzeugt

Dass die Bayern Interesse an Brown haben, berichtete SPORT1 bereits Mitte Mai. Nach SPORT1-Informationen ist vor allem der Aufsichtsrat des deutschen Rekordmeisters vom technisch starken und pfeilschnellen Außenverteidiger überzeugt, der immer wieder ins Zentrum einrückt und dem Spiel dort seinen Stempel aufdrückt.

In der Führungsriege herrscht Einigkeit darüber, dass ein Brown-Transfer deutlich wichtiger ist, als es ein Kauf von Anthony Gordon gewesen wäre. Auch deshalb, weil sich der Deal finanziell wesentlich leichter realisieren lässt. Newcastle United forderte rund 80 Millionen Euro für den Offensivspieler. Diese Summe wollten die Bayern nicht zahlen, am Ende schlug der FC Barcelona zu. Wegen der hohen Ablöse hielt sich die Enttäuschung in München in Grenzen. Intern überwog ohnehin die Überzeugung, dass die Verpflichtung eines Außenverteidigers wichtiger sei als die eines weiteren Offensivspielers.

Wird erneut die Ablöse zum Knackpunkt?

Allerdings könnte auch bei Nathaniel Brown die Ablösesumme zum Knackpunkt werden. Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche fordert mindestens 60 Millionen Euro für den Shootingstar. Nach SPORT1-Informationen sind die Bayern nicht bereit, diese Summe zu zahlen.

Dennoch herrscht Optimismus, die geforderte Summe drücken zu können. Vor allem, weil Brown selbst den Wechsel nach München anstrebt.

Dieses Vorgehen hat beim FC Bayern fast schon Tradition. Schon Harry Kane wurde einst mit dem klaren Wechselwunsch aus seinem Vertrag bei Tottenham Hotspur herausgelöst. Und die Frage stellt sich auch in Frankfurt: Was bringt ein unzufriedener Spieler? Selbst wenn Brown noch bis 2030 am Main unter Vertrag steht.

Brown überzeugt in Frankfurt

Sportlich spricht vieles für den 22-Jährigen. In Frankfurt spielte er eine starke Saison, entwickelte sich zum unangefochtenen Stammspieler und überzeugte trotz mancher Unruhe sowie schwankender Leistungen innerhalb der Mannschaft.

Seine Zahlen können sich sehen lassen: In der Bundesliga stand Brown in dieser Spielzeit 33-mal auf dem Platz. Wettbewerbsübergreifend absolvierte er 42 Partien, erzielte vier Tore und bereitete sechs weitere Treffer vor. Auch im DFB-Team wird der Youngster immer wichtiger und heizt den Konkurrenzkampf mit Stamm-Linksverteidiger David Raum ordentlich an.

Gegen Finnland hinterließ Brown einen starken Eindruck
Gegen Finnland hinterließ Brown einen starken EindruckGegen Finnland hinterließ Brown einen starken Eindruck© IMAGO/Nordphoto

Besonders interessant ist seine Interpretation der Linksverteidiger-Position: Im Spielaufbau rückt der 22-Jährige regelmäßig ins Zentrum ein. Dort kann er mit seiner Technik, Spielintelligenz und Dynamik entscheidende Impulse setzen und den Aufbau strukturieren.

DFB-Youngster Brown auch abseits des Platzes vorbildlich

Doch nicht nur auf dem Platz hinterlässt Brown einen starken Eindruck. Auch abseits des Rasens gilt der viermalige deutsche Nationalspieler als absoluter Vollprofi. Im Umgang mit Mitspielern, Trainern und dem gesamten Staff genießt er einen hervorragenden Ruf, versteht sich dabei außerordentlich gut mit den beiden Münchnern Lennart Karl und Aleksandar Pavlovic.

Und: Wie auf der Pressekonferenz am Donnerstag zu sehen war, kann er auch mit medialem Druck umgehen – eine Fähigkeit, die beim FC Bayern alles andere als nebensächlich ist.

Genau dieses Gesamtpaket macht Brown für die Münchner so interessant. Nach SPORT1-Informationen genießt Max Eberl im Werben um den Frankfurter deutlich mehr Freiraum als zuletzt im Gordon-Poker.

Das zeigt: Die Bayern wollen Nathaniel Brown unbedingt nach München holen. Doch auch in diesem Fall gilt ein Grundsatz, der an der Säbener Straße unverändert Bestand hat: nicht um jeden Preis.

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