Vizemeister Borussia Dortmund will in der kommenden Saison den Rückstand zu Bayern München mit Einigkeit und attraktiverem Fußball verringern. „Ich habe ein klares Ziel: Wir wollen als Verein eine verschworene Truppe sein. Wenn wir Erfolg haben wollen, brauchen wir Zusammenhalt und Geschlossenheit. Das ist mir sehr wichtig“, sagte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken der Sport Bild: „Und auf dem Platz wollen wir für zwei Dinge stehen: Arbeit und Spektakel.“

Man komme aus einer Stadt mit einer Arbeitermentalität. „Für Siege zu kämpfen, füreinander einzustehen, das sind unsere Werte“, sagte Ricken und ergänzte: „Wir wollen Kreativität hinzugewinnen, um unser Spiel attraktiver zu gestalten.“

Lars Ricken und Ole Book wollen mit dem BVB angreifen
Lars Ricken und Ole Book wollen mit dem BVB angreifenLars Ricken und Ole Book wollen mit dem BVB angreifen© IMAGO/HMB-Media

An den FC Bayern wolle man in der nächsten Saison „noch näher heranrücken – und vor allem die direkten Duelle gegen Bayern gewinnen. Daran arbeiten wir jetzt schon“, sagte Ricken. Die Lücke zum deutschen Meister müsse man aber „realistisch“ einordnen. Man habe die fünftbeste Saison der Klubgeschichte gespielt und dennoch einen Rückstand von 16 Punkten gehabt.

„Ein Irrglaube“: BVB will sein System nicht ändern

Der neue Sportdirektor Ole Book hob die defensiven Qualitäten – der BVB kassierte in der abgelaufenen Bundesliga-Saison die wenigsten Gegentore – hervor. Zugleich sieht auch er Verbesserungspotenzial im Angriff. „Wenn wir es schaffen, noch mehr Kreativität und offensive Durchschlagskraft in der neuen Saison hinzuzugewinnen, dann können wir noch stärker werden“, sagte Book: „Dafür wollen wir in der Offensive nachlegen.“

Aber: Einen Systemwechsel soll es nicht geben: „Wir werden in der nächsten Saison eher im jetzigen System spielen. Das wird die Basis sein.“

Schließlich sei man damit erfolgreich gewesen: „Und es ist nicht damit getan, zu sagen: Wir holen jetzt zwei Flügelspieler und können dauerhaft mit einer Viererkette spielen. Das ist ein Irrglaube.“

Es bräuchte einen massiven Einschnitt in der Kaderstruktur und ganz andere Spieler, um dauerhaft in einem anderen System zu spielen.

Rückendeckung für Dortmund-Trainer Kovac

Auf der Trainerposition setzt der BVB ebenfalls auf Kontinuität. Mit Chefcoach Niko Kovac, dessen Vertrag bis Sommer 2027 läuft, habe man „intern bereits gesprochen. Wir sind da ganz entspannt, weil wir ein sehr großes Vertrauensverhältnis haben“, sagte Ricken.

Es herrsche große gegenseitige Wertschätzung, um die nächsten Schritte gemeinsam zu gehen: „Mir ist Konstanz auf dieser Position sehr wichtig.“ Book betonte, Verbesserungspotenziale würden „gemeinsam“ diskutiert. Der Austausch mit Kovac sei da „sehr gut und sehr intensiv. Ich habe den Eindruck, dass wir in die gleiche Richtung marschieren.“