Jens Lehmann hat die öffentliche Kommunikation von Bundestrainer Julian Nagelsmann kritisiert – und gleichzeitig lobende Worte für Bayern Münchens Coach Vincent Kompany gefunden.

Als Lehmann im Interview mit der Sport Bild gefragt wurde, ob Kompany in dieser Hinsicht einen besseren Job mache als Nagelsmann, sagte der ehemalige Nationaltorhüter: „Auf jeden Fall, kein Vergleich.“

Jens Lehmann spricht über die Arbeit von Julian Nagelsmann
Jens Lehmann spricht über die Arbeit von Julian NagelsmannJens Lehmann spricht über die Arbeit von Julian Nagelsmann© IMAGO/Newspix

Lehmann bemängelte vor allem die zahlreichen Wortmeldungen des DFB-Trainers: „Ich finde es auch schwierig, wenn ein Trainer zu viel erzählt.“ Als Beispiel für seine Sichtweise nannte er Felix Nmecha.

Lehmann: Vielleicht ist Nagelsmann zu jung

Dem BVB-Star habe Nagelsmann das Format Weltklasse attestiert, „obwohl Dortmund auswärts 1:4 gegen Atalanta in der Champions League verloren hat. Wie möchte er den Spieler einfangen, wenn er ihm während des Turniers sagen muss: Du spielst nicht?“

Über seine Spieler öffentlich zu reden, „war noch nie der richtige Ansatz“.

Kompany – also ausgerechnet einer der Nachfolger Nagelsmanns beim FC Bayern – habe den Vorteil, dass er selbst in jungen Jahren schon ein Topspieler gewesen sei: „Es ist nicht schlecht für einen Trainer, wenn dieser zuvor auf einem hohen Niveau gespielt hat. Da ist man unlimitiert nach oben.“

Die Entscheidung Nagelsmanns, Manuel Neuer wieder ins deutsche Team zurückzuholen, begrüßt Lehmann derweil – auch wenn er sich eine andere Vorgehensweise gewünscht hätte.

DFB-Tor: Lehmann hätte auf Konkurrenzkampf gesetzt

„Man muss als Trainer wissen: Wie baue ich Konkurrenz auf?“, erklärte Lehmann und verwies dabei auf sein eigenes Duell um das deutsche Tor vor der letzten Heim-WM, als der damalige DFB-Coach Jürgen Klinsmann einen offenen Wettstreit mit Oliver Kahn ausgerufen hatte.

„Vielleicht ist Julian Nagelsmann noch zu jung, dass er die WM 2006 nicht mitbekommen hat. Aber Jürgen Klinsmann hat es damals genau richtig gemacht. Er sagte: Auf jeder Position gibt es einen starken Konkurrenten“, meinte Lehmann.

Sportlich aber sei die Entscheidung pro Neuer richtig: „Aber: Bei den vergangenen vier Turnieren sind wir auch mit Manuel Neuer rausgeflogen.“