Genie und Wahnsinn bei Mercedes: Super-Youngster Kimi Antonelli feiert in der Formel 1 seinen vierten Rennsieg in Serie. Beim Großen Preis von Montreal kommt der 19-jährige Italiener im Mercedes vor Lewis Hamilton (Ferrari) und dem viermaligen Weltmeister Max Verstappen (Red Bull) ins Ziel.
Für Hamilton war es sein bislang bestes Ergebnis im Ferrari, Red Bull stand in der laufenden erstmals auf dem Podium. Nico Hülkenberg landete im Audi auf Rang zwölf.
Bis zur 30. Runde des Rennens lieferte sich Antonelli einige enge Duelle mit seinem Teamkollegen George Russell. Beide Mercedes-Piloten bekämpften sich auf der Strecke, beide begingen dabei allerdings auch Fahrfehler, mehr als einmal kam es fast zum Unfall – dabei hatten ähnliche Szenen am Samstag im Sprint von Montreal noch ein ausführliches, klärendes Dreiergespräch mit Teamchef Toto Wolff zur Folge.
Defekt bei Russell entscheidet Duell an der Spitze
Russell hatte bislang ein perfektes Rennwochenende absolviert. Im Sprint-Qualifying, Sprint und Qualifying war der Brite nicht zu schlagen. Am Sonntag musste der WM-Zweite sein Auto nach einem Defekt jedoch am Streckenrand abstellen.
Der Defekt an Russells Auto entschied letztlich das Duell, er kam für den Engländer zur Unzeit: Nach schwierigen Wochenenden hatte er an diesem Wochenende eigentlich wieder Selbstvertrauen sammeln können.
„Es sind diese bittersüßen Momente, in denen du dich natürlich für den Kimi freust. Er war das gesamte Wochenende blitzschnell“, erklärte Wolff nach dem Rennen bei Sky und betonte: „Aber es gibt auch den George, der in Führung liegend mit einem Problem ausgefallen ist. Lieber hätte ich beide Autos im Ziel gesehen, aber Kimi verdient den Sieg heute.“
Mit Blick auf die Fahrerwertung feierte Antonelli einen riesigen Coup. Der Vorsprung auf seinen ärgsten Konkurrenten im Kampf um die WM beträgt nun schon früh in der Saison 43 Punkte, womit er sich zum Topfavoriten auf den WM-Titel aufschwingt.
„Ich muss einfach so weitermachen, weiter die Messlatte höher legen“, sagte Antonelli im Siegerinterview: „George ist extrem schnell, wir waren Kopf an Kopf unterwegs. Ich muss mein Level weiter anheben. Ferrari, Red Bull, McLaren kommen auch näher, da müssen wir weiter pushen.“
Am 7. Juni wartet mit dem Stadtkurs in Monaco die nächste große Herausforderung auf die Fahrer. Auch für Mercedes könne die Aufgabe laut Antonelli dann „schwierig werden“.
Chaos vor dem Rennstart – Destaster bei McLaren
Schon vor dem Rennstart hatte sich Chaos im Grid breit gemacht. Eine ungewöhnlich lange andauernde Startsequenz und ein Defekt von Arvid Lindblad (Racing Bulls) sorgten dafür, dass insgesamt drei Aufwärmrunden absolviert werden mussten.
Dazu sorgten die widrigen Wetterbedingungen für ein Strategie-Desaster bei McLaren. Tagelang hatte in Montreal das Wetter am Rennsonntag eine große Rolle gespielt, Regen schien eigentlich unausweichlich – wie zuletzt in Miami nach ähnlichen Ansagen war dann aber alles halb so wild. Vormittags hatte es geregnet, die Strecke trocknete dann ab, und doch sorgte der Wetterbericht weiterhin für Verunsicherung.
Anders als der Großteil des Feldes starteten Lando Norris und Oscar Piastri auf den Rängen drei und vier im Nieselregen auf den Intermediate-Reifen.
Schnell machten sich Probleme bei den McLaren-Stars bemerkbar. Nach einem frühen Boxenstopp fiel das Team im Feld weit zurück. Norris musste sein Auto frühzeitig abstellen, während Piastri die Punkteränge mit Platz elf verpasste.
Die Reifenwahl bezeichnete Norris nach dem Rennen zwar als „falsche Entscheidung“, dennoch habe es „gute Gründe“ gegeben. So hätte der Plan beispielsweise aufgehen könne, wenn ein Unfall im hinteren Feld ein frühes Safety-Car ausgelöst hätte.
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mit Sport-Informations-Dienst (SID)