Skisprung-Legende Sven Hannawald hat heute Abend einen wichtigen Termin: Er wird vor Ort sein beim Endspiel der Europa League zwischen dem SC Freiburg und Aston Villa.

Was den Vierschanzentournee-Sieger von 2002 nach Istanbul treibt? Er ist treuer Fan der Breisgauer – und hofft, den ganz großen Coup seines Lieblingsvereins mitzuerleben (ab 21 Uhr im LIVETICKER).

Deswegen ist Hannawald Freiburg-Fan

„Wir sind der Underdog. Na und? Aber als einziger deutscher Verein noch international dabei. Wir können alle überraschen. Und die Gemeinschaft ist am Ende immer stärker als irgendeine Taktik“, sagte der 51-Jährige in einem Interview mit der Sport Bild.  

"Die kennen nicht einen einzigen Spieler von uns"

„Die kennen nicht einen einzigen Spieler von uns“

Hannawald steuert auf eine kurze Nacht zu. Nach dem Spiel geht es um 3:45 Uhr wieder zurück: „Ich habe einen wichtigen Vortrag mit der AOK Bayern am Tag danach. Aber das Spiel kann ich mir doch nicht entgehen lassen. Ich hab das große Glück, eine Karte zu haben und es wird episch.“

Woher seine Liebe zum Bundesligisten kommt? Der aus Erlabrunn im Erzgebirge stammende Hannawald lebte ab 1995 im Schwarzwald, in Hinterzarten, das rund 30 Kilometer von Freiburg entfernt liegt. „Ein Bekannter unseres Trainers hatte einen direkten Bezug zum Sportclub und wir waren dann auch öfter bei den Spielen dabei. Ich war total euphorisiert von der tollen Stimmung im Stadion. Damals bin ich nach jedem Spiel energiegeladen nach Hinterzarten gefahren. Das hat mich geprägt“, klärte der frühere Weltklasse-Skispringer schon 2020 bei SPORT1 auf. 

Die früheren Skispringer Sven Hannawald, Martin Schmitt, Dieter Thoma und Christoph Dufner (v.l.) zusammen mit Ex-Trainer Volker Finke (Mitte) vor einem Spiel des SC Freiburg in der Saison 1998/99
Die früheren Skispringer Sven Hannawald, Martin Schmitt, Dieter Thoma und Christoph Dufner (v.l.) zusammen mit Ex-Trainer Volker Finke (Mitte) vor einem Spiel des SC Freiburg in der Saison 1998/99Die früheren Skispringer Sven Hannawald, Martin Schmitt, Dieter Thoma und Christoph Dufner (v.l.) zusammen mit Ex-Trainer Volker Finke (Mitte) vor einem Spiel des SC Freiburg in der Saison 1998/99© IMAGO/Heuberger

„Der Verein ist einfach bodenständig. Da spielte nie ein abgehobener Schnösel“, antwortete Hannawald damals auf die Frage, was die Breisgauer ausmache: „In Freiburg gab es nie Egoisten, sondern man hat als eine Mannschaft funktioniert. Ich bin genauso bodenständig und wahrscheinlich ist es so, dass es wie bei einer Liebe einfach Klick gemacht hat und man sich dann verbunden fühlt und den Weg auch mitgeht.“

Freiburg: Hannawald richtet sich an Nagelsmann

Nun hat Hannawald der Sport Bild seinen Lieblingsspieler verraten und dabei Yuito Suzuki genannt. Ins Schwärmen kommt er aber vor allem bei Trainer Julian Schuster: „Als er mir per Video zum 50. Geburtstag gratuliert hat, war ich sprachlos. Er lebt den Verein. Der Weg von Freiburg ist klar: Viele Eigengewächse, das Team ist der Star und nie über den Verhältnissen leben“, betonte Hannawald, der 2002 als erster Skispringer alle vier Springen der Vierschanzentournee gewann.  

Gleichzeitig äußerte Hannawald auch kritische Worte. Allerdings nicht in Richtung seiner Freiburger, sondern in die von Julian Nagelsmann: „Dass unser Bundestrainer nicht Matthias Ginter sieht – ganz ehrlich: Der muss mit zur WM.“