Kein Sieg, kein Aufstieg: Hannover 96 hat im finalen Showdown der 2. Bundesliga folgenschwer gepatzt und muss weiter auf die Rückkehr in die Bundesliga warten. Durch das 3:3 (2:1) gegen den 1. FC Nürnberg rutschten die Niedersachsen vom Relegationsrang noch auf den undankbaren vierten Tabellenplatz ab.
Bis zuletzt hatte die ganze Stadt sogar auf den direkten Aufstieg gehofft, doch Hannover scheiterte am letzten Spieltag an sich selbst. Der unnötige Patzer gegen die Franken reichte letztlich nicht mal für Rang drei – weil die Konkurrenz ihre Spiele gewann.
Trauer bei Hannover 96: „Ich bin total leer“
„Ich bin total leer. Wir haben uns heute was ganz, ganz anderes vorgestellt. Jetzt ist unser Traum vom Aufstieg für die Saison geplatzt. Das ist unfassbar bitter. Das tut richtig, richtig weh“, sagte Kapitän Enzo Leopold nach der Partie bei Sky.
Auf SPORT1-Nachfrage fügte er hinzu: „Das war heute ein bisschen ein Spiegelbild der gesamten Saison. Ich finde, wir hatten Phasen im Spiel, wo wir klar überlegen waren, klare Chancen haben, die nicht nutzen und hinten bekommen wir aus dem Nichts so viel. Das schmerzt unfassbar. Wir hatten die Relegation heute in der eigenen Hand.“
Torschütze Kolja Oudenne schlug bei Sky in eine ähnliche Kerbe: „Stand jetzt ist es nicht in Worte zu fassen. Ich habe mich selten so leer gefühlt. Ich denke, mit der Zeit wird wahrscheinlich auch irgendwann Stolz dazukommen, aber gerade fühlt sich das einfach nur sehr leer an.“
2. Bundesliga: Hannover reichen 16 Siege nicht
Oudenne (30.), Waniss Taibi (45.) und Stefan Teitur Thordarson (51.) sorgten in Hannover für die Treffer des Heimteams, Mohamed Alì Zoma (25./47.) und Luka Lotschoschwili (84.) trafen für den FCN, der die Saison im Tabellenmittelfeld beendet.
2019 waren die 96er, die Anfang der 2010er-Jahre auch in Europa für Furore gesorgt hatten, abgestiegen. Der Anfang einer entbehrungsreichen Zeit im Unterhaus, die auch diesmal nicht endete. 16 Siege waren nach dem Drama am letzten Spieltag im Endeffekt zu wenig für das Team von Christian Titz.
„Uns ist einfach in den drei letzten Spielen das passiert, was wir vorher so stabil und gut gemacht haben: Konsequent zu verteidigen. Da waren wir dann heute fehlerhaft gewesen“, resümierte der Trainer bei SPORT1.
Diskussionen um Trainer Titz? Hannover-Boss deutlich
Diskussionen um die Zukunft des Trainers wies Sportdirektor Ralf Becker auf Sky-Nachfrage deutlich zurück: „Überhaupt nicht. Das ist, tut mir leid, absoluter Quatsch. Wir haben jetzt seit sieben Jahren mal wieder vorne mitgespielt am letzten Spieltag, alle Möglichkeiten gehabt und sind jetzt alle enttäuscht. Aber wir sind total überzeugt, dass wir in dieser Konstellation in Zukunft sehr erfolgreich sein können.“
Leopold ist sich ebenfalls sicher, dass die Mannschaft in der kommenden Saison wieder oben mitspielen kann: „Man kann aus der Saison sehr viel mitnehmen, man muss der Mannschaft echt ein Lob machen. Wir haben eine sehr sehr gute Saison gespielt. Es sind am Ende Kleinigkeiten, die uns die Punkte kosten. Daraus müssen wir lernen und das nächste Saison besser machen und dann bin ich mir sicher, dass wir wieder so eine gute Rolle spielen werden. 100 Prozent“, sagte er bei SPORT1.
Den besseren Start erwischten vor 49.000 Zuschauern die Gastgeber – Mustapha Bundu ließ etwas überrascht die erste Chance aus (9.), Daisuke Yokota acht Minuten später eine noch bessere. Doch auch der Club zeigte sich eine Woche nach dem 3:0 über Meister Schalke 04 immer wieder gefährlich.
Handelfmeter vom VAR einkassiert
Gegen Mitte der ersten Hälfte übernahm Hannover dann scheinbar die Kontrolle, doch der Treffer fiel auf der Gegenseite. Nürnbergs Topstürmer Zoma profitierte bei seinem 13. Saisontor von einem Fehler Nahuel Nolls im 96-Tor. Das Stadion verfiel jedoch nur für fünf Minuten in Schockstarre, ehe Oudenne nach einem schönen Doppelpass die Hoffnung zurückbrachte.
Etwas später reagierte FCN-Keeper Jan Reichert zum zweiten Mal stark gegen Daisuke Yokota (41.), gegen Taibi war er dann aber machtlos. In der Nachspielzeit nahm Daniel Schlager einen Handelfmeter für 96 nach Ansicht der Videobilder zurück.
Nach Wiederanpfiff war es abermals der überragende Zoma, der für Nürnberg per Lupfer zurückschlug – Thordarson konterte umgehend. Doch auch das sollte nicht der Schlusspunkt bleiben.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)