Um 23.28 Uhr deutscher Zeit war es dann so weit: Extremsportler Arda Saatci hat es tatsächlich vollbracht! Erst schrie er die Freude aus sich heraus, dann kamen ihm die Tränen.

Der Deutsch-Türke hatte soeben seine Tour vom Death Valley bis zum Pier von Santa Monica im Gebiet von Los Angeles erfolgreich abgeschlossen und dabei knapp 605 Kilometer Strecke (!) zurückgelegt. Von den Zuschauern im Zieleinlauf gab es tosenden Applaus und „Arda“-Rufe. Der Ausnahmeathlet reckte ergriffen seine Faust in die Höhe.

Arda Saatci bei seinem Ultralauf durch das Death Valley
Arda Saatci bei seinem Ultralauf durch das Death ValleyArda Saatci bei seinem Ultralauf durch das Death Valley© Red Bull

Ergreifende Momente im Ziel

„Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, sagte Saatci und wiederholte sich dabei immer wieder. „Es lohnt sich immer nach den Sternen zu greifen. (…) Danke für alles“, fuhr er fort.

Zwar verfehlte Saatci seine anvisierte Zeit von 96 Stunden deutlich, dennoch war die Freude beim Berliner und seinem Team riesig. Insgesamt benötigte Saatci 123 Stunden, 21 Minuten und 10 Sekunden für seinen Ultralauf.

Ultraläufer Saatci trotzt allen Widrigkeiten

Nach 96 Stunden war Saatci auf eine Distanz von 458 Kilometern gekommen. Doch der 28-Jährige gab nicht auf und lief immer weiter und weiter und weiter – bis er sein Ziel schließlich erreichte.

Dabei wurde Saatci immer wieder von körperlichen Problemen geplagt. Nach 60 Stunden hatte er größere Probleme – sein Körper begann zu streiken und der Sportler torkelte, sodass er von medizinischem Personal untersucht werden musste. Eine etwas längere Unterbrechung war die notwendige Folge.

Doch Saatci rappelte sich wieder auf und setzte sein unglaubliches Projekt fort. Mit wenigen, kurzen Pausen quälte sich der Extremsportler durch die Hitze des Death Valleys.

Millionen Zuschauer verfolgen deutschen Extremsportler

Für Verpflegung und einen mobilen Schlafplatz sorgte ein Begleitfahrzeug. So kam es am Samstagabend auch zu einer besonderen Essenspause. Saatci und seinem Team wurden Burger von der amerikanischen Kette In-N-Out gereicht. Sponsor Red Bull sorgte für die passenden Getränke.

Der Ultralauf wurde live auf den Streaming-Plattformen YouTube und Twitch übertragen, wo sich Saatcis Fans zu jeder Zeit dazuschalten konnten. Mit seinen außergewöhnlichen Challenges hat sich der Deutsche mit türkischen Wurzeln in den sozialen Netzwerken eine große Community aufgebaut – auf Instagram folgen ihm rund 2,3 Millionen Menschen.

Zwischenzeitlich befanden sich plattformübergreifend sogar mehr als zwei Millionen Zuschauer in den offiziellen Streams.

Real-Star Rüdiger zählt zu den Unterstützern

„Ich wachse auch enorm mental bei diesen Geschichten. Ich lerne sehr viel über mich selber. Diese Erfahrung möchte ich haben und sie so gut es geht mit den Leuten da draußen teilen“, hatte er SPORT1 im Vorfeld verraten.

Zu seinen Anhängern gehört unter anderem auch DFB-Star Antonio Rüdiger, der unlängst verriet, dass er für Saatci bete.

Inspiriert haben ihn im Sport nach eigener Aussage viele. Aber darüber hinaus bleiben seine Eltern seine größten Idole. „Mein Vater hat mir Disziplin beigebracht“, sagt Saatci. Von der Mutter habe er die emotionale Komponente mitgegeben bekommen, „dass man immer ein reines Herz haben und ehrlich mit den Mitmenschen umgehen sollte“.