Álvaro Arbeloa trat am Freitag vor die Presse. Und obwohl in zwei Tagen der Clásico gegen den FC Barcelona ansteht, drehte sich alles nur um ein Thema: Den handfesten Zwischenfall zwischen Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni.

Nach übereinstimmenden spanischen Medienberichten gerieten die beiden Mittelfeldspieler auf dem Trainingsgelände aneinander. Valverde musste anschließend eine Platzwunde am Kopf nähen lassen.

Álvaro Arbeloa ist Trainer bei Real Madrid
Álvaro Arbeloa ist Trainer bei Real MadridÁlvaro Arbeloa ist Trainer bei Real Madrid© IMAGO/ZUMA Press

Der Chefcoach der Madrilenen wählte klare Worte: „Was mich am meisten schmerzt, ist nicht der Streit. Es ist die Tatsache, dass so etwas nach außen dringt. Das ist Illoyalität und ein Verrat an diesem Wappen.“ Namen der Informanten nannte er nicht, doch der Vorwurf wiegt schwer. Arbeloa betonte, der Klub habe „schnell, entschlossen und transparent“ gehandelt. Beide Profis hätten ihren Fehler eingestanden und sich intern entschuldigt: „Damit ist die Sache für mich erledigt.“

Arbeloa verteidigt Real-Stars

Gleichzeitig stellte sich der 41-Jährige demonstrativ vor seine Spieler. Man dürfe Valverde und Tchouaméni nicht als Sündenböcke hinstellen: „Alle machen Fehler. Juanito ist für mich das Paradebeispiel für einen wahren Madridista – und auch er hat sich geirrt. Warum sollten diese beiden keine zweite Chance verdienen?“

Gerüchte, die Profis würden aus Disziplinlosigkeit auf der Bank sitzen, wies Arbeloa energisch zurück: „Es ist absolut falsch, dass sie Probleme mit mir hätten oder unprofessionell wären. Es werden viele Lügen verbreitet. Wenn jemand nicht spielt, sind es rein sportliche Gründe.“

Der Coach nutzte die Gelegenheit, um eigene Verantwortung zu betonen: „Wenn ihr einen Schuldigen sucht, stehe ich hier. Ich bin erst vier Monate im Amt, natürlich haben wir noch nicht das Niveau erreicht, das Real Madrid verdient.“

Arbeloa wütet wegen Maulwürfen

Auf die Frage, ob er Ähnliches schon einmal erlebt habe, erinnerte sich Arbeloa an seine aktive Zeit: „Ich hatte mal einen Mitspieler, der mit einem Golfschläger auf einen Kollegen losging.“ Er spielte damit auf seine Zeit in Liverpool und die berühmt-berüchtigte Attacke von Craig Bellamy auf John Arne Riise an.

Solche Eskalationen habe es immer gegeben, doch normalerweise blieben sie intern. „Das ist es, was mich wirklich verletzt: Das, was in der Kabine passiert, sollte dort bleiben.“

Die Madrilenen richten den Blick nun wieder auf den Rasen. Dort wartet am Sonntag der FC Barcelona – und vielleicht die Chance für Valverde und Tchouaméni, ihre Entschuldigung in Leistung umzumünzen. Denn, so Arbeloa: „Jetzt zählt nur das nächste Spiel und unser gemeinsames Ziel, Real Madrid dorthin zu bringen, wo es hingehört.“

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