Erst polarisierte Bundestrainer Julian Nagelsmann mit seinen unglücklichen Aussagen über Nationalstürmer Deniz Undav, jetzt offenbar auch mit seiner öffentlichen Entschuldigung.
„Ich glaube, dass er sich selber damit keinen Gefallen tut, erst forsch nach vorne zu gehen und dann zurückzurudern“, meinte Roman Weidenfeller in der Sendung „Triple – der Hagedorn-Fussballtalk“ bei Sky.
Nagelsmann entschuldigt sich öffentlich bei Undav
Nagelsmann hatte Undav nach seinem Joker-Treffer gegen Ghana (2:1) öffentlich kritisiert. Er sei bis zu seinem späten Tor nicht gänzlich zufrieden mit dem Auftritt des Stürmers gewesen und merkte an: „Wenn er vorher 70 Minuten marschiert, weiß ich nicht, ob er ihn so reinmacht. Es war schon ein langer Schritt, der nach 70 Minuten – auch im Hinblick auf den Sommer bei 42 Grad – für ihn schwierig sein kann.“
Einige Wochen später ruderte der Bundestrainer nun zurück und erklärte in der Talk-Reihe „Bestbesetzung“ bei MagentaTV: „Es war nicht richtig und war auch in der Schärfe für die Öffentlichkeit viel zu forsch.“
Weidenfeller: „Er schwächt sich damit“
Diese Erkenntnis sei auch im Dialog mit seiner Frau Lena gereift. Ein Eingeständnis, das laut Weidenfeller nicht unbedingt zum Vorteil von Nagelsmann ausfallen könnte. „Genauso auch bei der Aussage, dass er sich entschuldigt und dann aber seine Frau mit ins Boot reinnimmt, er stärkt sich damit nicht selbst, er schwächt sich ja eher damit“, erklärte der Weltmeister von 2014.
Auch Oliver Kahn bemängelte das Vorgehen von Nagelsmann, obwohl er sich immer freue, „wenn Menschen sich reflektieren können“. Dennoch fragte sich Kahn, warum dies in der Öffentlichkeit geschehen müsse und kritisierte vor allem den Führungsstil des 38-Jährigen.
„Es wäre natürlich auch möglich, du rufst den Spieler einfach an und sagst, ich bin da über das Ziel hinausgeschossen und erklärst ihm die Situation, wie du sie siehst und fertig“, behauptete Kahn und fügte an: „Das spricht sich dann sowieso irgendwann nach außen durch. Aber das jetzt öffentlich zu machen, hat halt so einen Touch.“
Tatsächlich offenbarte Nagelsmann aber auch, dass er sich „direkt am nächsten Tag bei Deniz entschuldigt habe“ und Undav das auch „Gott sei Dank angenommen“ habe.