Die deutsche Biathletin Janina Hettich‑Walz hat das Ende ihrer sportlichen Laufbahn bereits vor Augen. „Noch ein, vielleicht auch noch zwei Jahre – und dann kommt das Ende meiner Karriere“, sagte die junge Mutter im Interview mit SWR Sport.
Nach der Geburt ihrer mittlerweile einjährigen Tochter hatte sich die 29-Jährige die Teilnahme an den Olympischen Spielen von Mailand und Cortina zum Ziel gemacht. Der Gewinn einer Medaille war der große Traum – sollte aber unerfüllt bleiben.
„Die Enttäuschung war schon sehr groß. Zu verarbeiten, dass man in der Karriere diesen Traum nicht erreichen wird, war nicht so einfach. Dies war meine einzige Chance“, sagte sie: „Denn für mich ist klar, in vier Jahren werde ich nicht mehr dabei sein.“
Deutsche Biathletin: „Da haben es Männer einfacher“
Der bevorstehende Abschied habe vor allem mit der Familienplanung zu tun. „Ich möchte irgendwann ein weiteres Baby, und mit zwei Kindern kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen.“
Das Dasein als Mutter und Spitzenathletin unter einen Hut zu bringen, ist alles andere als einfach, wie Hettich-Walz berichtet: „Die größte Resonanz von anderen Sportlerinnen war: ‚Krass, dass du das gemacht hast, ich könnte mir das während der Karriere nicht vorstellen.'“
Die körperlichen Einschränkungen durch und nach einer Schwangerschaft seien nicht zu unterschätzen: „Es gibt einfach eine Saison, in der man keine Wettkämpfe machen kann. Da haben es Männer einfacher. Man muss es sich schon genau überlegen. Es gehört ein hartes Stück Arbeit dazu, wieder zurückzukommen.“
Als Hettich-Walz WM-Silber gewann
Bei den Olympischen Spielen im Februar 2026 waren Rang vier mit der Staffel und Rang acht im Einzelrennen ihre besten Ergebnisse. Insgesamt benotet sie ihre Saison mit der Schulnote „Zwei bis Drei. Im Laufen eher eine Eins bis Zwei, und im Schießen eine Fünf.“
2024 holte Hettich-Walz bei den Weltmeisterschaften in Nove Mesto im Einzelrennen die Silbermedaille. Es war der bis dato größte Erfolg in ihrer Karriere.