Der Olympia-Frust ist verdaut, vor dem letzten Rennen der Saison hat Snowboardcrosser Leon Ulbricht ein anderes großes Ziel vor Augen: Der 21-Jährige könnte sich als zweiter Deutscher nach Martin Nörl die große Kristallkugel für den Gesamtweltcup sichern.
Ulbricht geht mit einem einzigen Punkt Vorsprung auf den Franzosen Aidan Chollet in den Showdown am Samstag (17.00 Uhr) im kanadischen Mount St. Anne. 42 Punkte hinter Ulbricht lauert der Australier Adam Lambert, und auch Jonas Chollet (Frankreich) auf Platz vier hat mit 83 Zählern Rückstand rechnerisch noch die Chance auf den großen Coup.
„Das gelbe Trikot bringt mir aktuell gar nichts“, sagte Ulbricht, „auch wenn es aussagt, dass ich in der Saison bisher die meisten Punkte gesammelt habe. Abgerechnet wird am Samstag – und da versuche ich, wie in jedem anderen Rennen auch, mein Ding zu machen und nicht auf die Gegner zu schauen.“
Für Ulbricht wäre der Gesamtsieg nach dem unglücklichen Ausscheiden bei Olympia in Italien, wo er mit Nörl kollidiert und ausgeschieden war, ein versöhnlicher Abschluss der Saison. Mit einem Sieg und zwei zweiten Plätzen bei den bislang sechs Rennen hat er sich eine gute Ausgangsposition erkämpft.
Gutes Omen: In Kanada war er vor zwei Jahren schon einmal Dritter. „Das Training lief gut, der Speed stimmt“, sagte Ulbricht.
Nörl hatte sich die Kugel 2022 und 2023 gesichert, beim zweiten Mal im Fotofinish vor Lucas Eguibar aus Spanien. Neben Ulbricht und Nörl starten am Samstag auch Kurt Hoshino, Julius Reichle und Jana für Snowboard Germany.