Gerüchte gab es schon vorab, dann schienen sie sich erledigt zu haben – nun ist es doch passiert: Mit 76 Jahren ist WWE-Boss Vince McMahon am zweiten Abend der Megashow WrestleMania 38 nochmal in den Ring gestiegen.

Das unangekündigte Match gegen Ex-NFL-Kultstar Pat McAfee sorgte für die gewiss bizarrsten Szenen der zweitägigen Veranstaltung und endete schließlich in unfreiwilliger Komik. (NEWS: Alle Neuigkeiten zu WWE)

Der geplante Höhepunkt des Kampfs – ein Auftritt der am Tag zuvor selbst in den Ring zurückgekehrten Ikone Stone Cold Steve Austin – missglückte völlig: Wegen McMahon ging die Spezialaktion Austins, der Stone Cold Stunner, völlig in die Hose. (WWE-Boss Vince McMahon: Sein eiskalter Aufstieg, sein Vermögen, seine Skandale)

Vince McMahon legt gegen Pat McAfee persönlich Hand an

McMahons Auftritt ging das eigentlich angekündigte Match zwischen McAfee und dem als McMahons Zögling auftretendem Youngster Austin Theory voraus.

Nachdem McAfee – eingelaufen zu „Seven Nation Army“ von den White Stripes und mit den Cheerleaderinnen der Dallas Cowboys – den von McMahon begleiteten Theory besiegte, entschied sich der 76 Jahre alte Chef, selbst Hand anzulegen.

Er zog sein Jackett und Hemd aus und veranlasste ein spontanes Match gegen McAfee, in dem Theory immer wieder aushalf, wenn es für McMahon brenzlig wurde.

McMahon siegte am Ende, nachdem er höhnisch einen Football gegen McAfee trat und ließ sich feiern, was dann Austin den Plan rief – mit dem sich McMahon Ende der Neunziger eine legendäre Fehde geliefert hatte, die die Boomzeit „Attitude Era“ geprägt hatte. McMahon agierte damals als böser Boss, der Austin das Leben schwer machte – und münzte die Aufregung um seine trübe Rolle im Skandal-Abgang von Bret „The Hitman“ Hart 1997 produktiv um.

Stone Cold Stunner von Steve Austin missglückt völlig

Das Revival des Klassikers lief zunächst nach Plan: Stone Cold verpasste Theory seinen Stone Cold Stunner, den dieser mit einer absurden Flugeinlage verkaufte …

… McMahon versuchte Austin scheinbar mit Erfolg zu besänftigen und trank ein Bier mit ihm – dann sollte der Stunner folgen.

McMahon klappte bei dem einleitenden Tritt so sehr zusammen, dass Austin ihn nicht zu greifen bekam, erst nach langem, chaotischen Nachfassen, klappte die Aktion im zweiten Anlauf halbwegs. Anschließend bekam auch noch McAfee einen gelungeneren Stunner ab.

Austin lacht – WWE unterschlägt Aktion auf Twitter

Der Auftritt McMahons wurde – nicht nur deshalb – vor Ort und im Netz größtenteils mit einer Mischung aus Kopfschütteln und Spott aufgefasst, wobei es aber auch Fans gab, die das Segment auf trashige Weise unterhaltsam fanden. Dazu trug auch Austin bei, der sich selbst nicht verkneifen konnte, in Gelächter auszubrechen.

Am heimischen Fernseher verlor WWE-Legende Mick Foley völlig die Fassung – der geistesgegenwärtig von seinem Sohn auf Video aufgenommene Clip wurde unter Fans schnell zum viralen Hit.

https://twitter.com/RealMickFoley/status/1510829854719193090

Anders als alle anderen zentralen Momente der Show wurde der missglückte Stunner nicht auf Twitter gepostet, bei WWE scheinen sie jedoch nicht davon auszugehen, dass McMahon gerade über sich selbst lachen kann.

McMahon, der sich in den vergangenen Jahren eher aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, war zuletzt wieder stärker in den Vordergrund getreten. Hinter den Kulissen ist er seit bald 40 Jahren Alleinherrscher des Unternehmens und zieht weiterhin aktiv alle wichtigen Fäden – noch mehr, seit der eigentlich wohl als Nachfolger auserkorene Schweigersohn Paul „Triple H“ Levesque wegen seiner Herzprobleme dafür nicht mehr in Frage kommt.

Nach seinem Nahtoderlebnis wegen Herzproblemen eröffnet WWE-Vorstand Triple H den zweiten WrestleMania-Abend - und beschließt seine aktive Karriere mit einer symbolischen Geste.

Nach seinem Nahtoderlebnis wegen Herzproblemen eröffnet WWE-Vorstand Triple H den zweiten WrestleMania-Abend – und beschließt seine aktive Karriere mit einer symbolischen Geste.

Triple H hatte die zweite WrestleMania-Nacht eröffnet und seinen Rücktritt als aktiver Wrestler unterstrichen, indem er symbolisch seine Kampfschuhe im Ring zurückgelassen hatte.

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