Der deutsche Meister Bayern München hat durch seine beiden Gala-Vorstellungen zum Saisonstart bei Rekordnationalspieler Lothar Matthäus nachhaltig Eindruck hinterlassen.
Aus Sicht des Kapitäns der deutschen Weltmeister-Mannschaft von 1990 haben die negativen Aspekte des Abschieds von Stürmerstar Robert Lewandowski in Richtung FC Barcelona weniger Bedeutung für das Spiel des Titelverteidigers als die positiven Auswirkungen durch die gewachsene Variabilität. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
„Es entsteht fast der Eindruck, dass die Münchner ohne Lewandowski sogar noch besser sind“, schrieb Matthäus in seiner Sky-Kolumne „So sehe ich das“ nach Münchens 6:1 zum Bundesliga-Auftakt bei Europa-League-Gewinner Eintracht Frankfurt und dem vorangegangenen 5:3 im Supercup bei Pokalsieger RB Leipzig: „Tatsächlich ist mehr Spielfreude da.“
Matthäus: Andere Spieler haben Möglichkeit „zu atmen“
Nach Meinung des 150-maligen Nationalspielers ist das Spiel seines Ex-Klubs durch Lewandowski von weniger Zwängen geprägt.
„Das System war zugeschnitten auf Lewandowski, und es war auch sehr erfolgreich, es ist ja schließlich kein Handicap, wenn ein Spieler 50 Tore schießt. Dennoch hat jetzt jeder Spieler die Möglichkeit, sich zu zeigen und ein wenig zu atmen. Man merkt, dass jeder etwas befreiter aufspielt und mehr Freiheiten hat. Zudem kleben die Leute nicht mehr so auf ihren Positionen, und man hat in der Offensive eine große Flexibilität“, analysierte der 61-Jährige weiter. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Matthäus warnt zugleich vor einer Überbewertung von Münchens Schwächephasen in beiden Begegnungen nach dem Seitenwechsel: „Es ist völlig normal, dass eine Mannschaft bei solchen Spielständen nicht mehr Vollgas gibt, sondern auch ein wenig Kraft spart für die kommenden Wochen und Monate. Ich bin jedoch sicher, dass dieses Team die Leistung auch über die komplette Spieldauer zeigen kann, wenn es denn muss.“
Für die Konkurrenten der Bayern hat Matthäus denn auch kein Patentrezept übrig, um auf Augenhöhe zu kommen. „Nur Mut reicht nicht. Die Gegner müssen einfach kompakter stehen, aggressiver zu Werke gehen und den Bayern-Stars auf den Füßen stehen und den Kontakt suchen. Natürlich darf man sich auch keine Aussetzer erlauben. Die Konzentration muss zu jedem Zeitpunkt hochgehalten werden“, schrieb der ehemalige Weltfußballer.
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