Sturz-Drama bei der Tour de France! Auf der 12. Etappe hat es wenige Kilometer vor dem Ziel Primoz Roglic erwischt. Der Slowene vom deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe fiel in Folge eines anderen Sturzes im Feld heftig auf den Oberkörper. Er konnte zwar wieder aufsteigen und weiterfahren, kam jedoch schwer gezeichnet ins Ziel.
Sensationsmann Biniam Girmay hat sich derweil zum dritten Mal zum Etappensieger gekürt und bewiesen, dass er zurzeit der beste Sprinter im Feld ist. Nachdem sich das Feld auf den letzten 30 Kilometern getummelt hatte, endete die Etappe in einem Nerven aufreibenden Massensprint.
Die deutschen Tour-Stars Pascal Ackermann und Phil Bauhaus hielten sich dabei bis zur Ziellinie in der Spitzengruppe, konnten ihre gute Position jedoch nicht in einen Erfolg ummünzen. Durch die Strafversetzungen des Franzosen Arnaud Démare (ursprünglich Dritter) und dem als Fünfter ins Ziel gefahrenen Mark Cavendish, rückt Ackermann jedoch auf Rang drei und Bauhaus auf Rang sieben vor.
Nach dem hochklassigen Duell zwischen den Top-Favoriten Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar vom Vortag, wartete auf die Rad-Profis am Donnerstag eine wellige Etappe über 203,6 Kilometer Länge und 2.200 Höhenmeter von Aurillac ins mittelalterliche Dorf Villeneuve-sur-Lot.
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Die Fluchtgruppe blieb lange Zeit etwa ein bis zwei Minuten vor den Verfolgern, ehe das Hauptfeld nach und nach aufschließen konnte. Nach rund 160 zurückgelegten Kilometern musste die auf ein Trio geschrumpfte Spitzengruppe um Bergspezialist Jonas Abrahamsen schließlich aufgeben und bereitete so das Sprintfinale vor. Wie bei Flachetappen üblich sammelten sich auf den letzten Kilometern neben den Sprintteams auch die Klassementfahrer.
Ackermann ohne Sturzfolgen
Schon kurz nach dem Start ereignete sich im geballten Feld der erste Sturz, bei welchem auch Pascal Ackermann, sowie der Gesamtführende Pogacar ohne Ausfall aufgehalten wurde.
Weniger Glück hatten Sprintstar Fabio Jakobsen, der die Etappe unter Tränen vorzeitig beendete und Jonas Rickaert, der nach dem Sturz länger auf dem Asphalt saß und sich sein Schlüsselbein hielt. Im weiteren Verlauf musste auch Pello Bilbao die Verfolgung aufgeben. Der Sechstplatzierte der letztjährigen Gesamtwertung musste bei den Anstiegen des Tages immer wieder abreißen lassen.
Kurz vor dem Anbruch der letzten zehn Kilometer sorgte darüber hinaus ein weiterer Sturz für einen Schreckmoment. Astana-Fahrer Alexey Lutsenko stürzte über einen Fahrbahntrenner und löste eine Kettenreaktion aus, bei der drei Fahrer schwerer zu Boden gingen. Auch Roglic wurde in den Sturz involviert und verlor einige Sekunden.
Besonders bitter: Bereits gestern verlor der Slowene durch einen Sturz gegen Ende der Etappe entscheidende Zeit im Kampf um Platz drei. Nach der heutigen Etappe verlor Roglic zusätzliche 2:27 Minuten auf das Spitzentrio und muss seine Ambitionen auf den Gesamtsieg wohl begraben.
„Es herrscht eine sehr gedrückte Stimmung. Primoz war hier mit großen Ambitionen. Jetzt ist er zweimal hintereinander gestürzt – heute schwer“, sagte Rolf Aldag, Sportdirektor des Teams: „Es macht momentan noch keinen Sinn drüber nachzudenken, wie es weiter geht. Es war ein schrecklicher Tag.“
Abrahamsen verfolgt Pogacar – Turgis überzeugt beim Zwischensprint
In der Bergwertung, welche ebenfalls von UAE-Fahrer Pogacar angeführt wird, machte bei der 12. Etappe Jonas Abrahamsen Punkte gut. Der Norweger gewann bei den drei Anstiegen in Autoire, Rocamadour und Montcléra die Bergpunkte. Damit liegen sowohl Abrahamsen als auch Pogacar mit 36 Punkten gleichauf an der Spitze der Bergwertung. Aufgrund der höherwertigen Punktgewinne bleibt Letzterer allerdings in Führung.
Der Etappenplan der Tour de France 2024: Auf die Fahrer warten 21 Etappen. Los geht es in diesem Jahr in Italien.
Roman Turgis, der bei der neunten Etappe bereits einen Tagessieg erringen konnte gelang vor Abrahamsen zudem der Coup beim Zwischensprint in Gourdon. Der Führende der Sprintwertung und nun dreifache Tagessieger Biniam Girmay landete beim Sprint auf Rang fünf.
Am Freitag wartet nun vorerst eine weitere Etappe mit Siegchancen für die Sprintspezialisten, ehe es für die Fahrer am Wochenende weiter in die Pyrenäen geht, wo der Kampf um das Gelbe Trikot erneut entbrennen dürfte.