Vergangenes Wochenende begann die spannendste Zeit für alle Fans der LEC: Die Playoff starteten in ihre erste Runde. Das Gewinnerteam der regulären Saison Rogue eröffnete gegen die Überraschung des Splits Misfits Gaming am Freitag. Am Samstag kam es zum ewigen Klassiker zwischen G2 Esports und Fnatic. Den Abschluss bildete das erste Do-or-Die-Game zwischen Playoff-Debütant Excel Esports und dem vermeintlichen Super-Team von Vitality.

Zeit das ganze Spektakel Revue passieren zu lassen.

Rogue bleibt souverän

Dadurch, dass Rogue nun zum vierten Mal in Folge die reguläre Saison gewonnen hatte, durften sie sich wie inzwischen gewohnt, den Gegner in der ersten Runde aussuchen. Die Wahl fiel zwischen G2 und Misfits Gaming auf die Hasen, da diese – im Gegensatz zu G2 – nach Aussage Rogues mit Mid-Laner Vincent „Vetheo“ Berrié nur eine wirklich gefährliche Bedrohung in ihren Reihen habe, die es auszuschalten gab.

So lastete schon vor der Partie einiges an Druck auf den anderen Teammitgliedern Misfits. Allen voran auf Top-Laner Shin „HiRiT“ Tae-min, der trotz des guten Teamergebnisses eine verhältnismäßig verhaltene Saison spielte. Genau diesen Fakt machten sich Rogue in Spiel Eins und Zwei der Serie direkt zum Vorteil als deren Top-Jungle-Duo bestehend aus den All-Pro-First Teamern Andrei „Odoamne“ Pascu und Kim „Malrang“ Geun-seong die Topseite der Map dominierten und ihrem Team jeweils einen frühen Goldvorteil verschafften, den dieses gekonnt in zwei Siege ummünzte.

Im dritten Spiel blitze dann aber das Potenzial des Hasen-Teams und vor allem das von MVP-Kandidat Vetheo auf, als man das Spiel in dominanter Manier nach nicht einmal 24 Minuten für sich entscheiden konnte.

Wirklich genutzt hat dies nichts – Rogue schlug in Game Vier zurück und gewann die Serie letztendlich souverän mit 3:1.

Fnatic entscheidet Giganten-Duell für sich

Im zweiten Spiel der LEC-Playoffs des Spring Splits 2022 kam es zum Duell der ewigen Rivalen G2 Esports und Fnatic.

Und die Serie sollte halten, was sie versprach. Nach einem gerechten Teilen der ersten beiden Spiele entwickelte sich ab Spiel Drei ein spektakuläres Hin und Her, das den Fans nahezu alles geboten hat, was League of Legends ausmacht. Epische Teamfights, spielentscheidende Smite-Duelle, kleinste Fehler, die der Kontrahent direkt auszunutzen wusste, Solokills, clean ausgespielte Towerdives – die Serie ließ jedes Fanherz höher schlagen.

Das bessere Ende hatte am Ende aber Vizemeister Fnatic. Nachdem die ersten beiden Spiele noch gleichmäßig zwischen den Teams aufgeteilt worden sind, entschied FNC sowohl Game Three und Four für sich. Damit kommt es in der nächsten Runde des Upper Bracktes zum Aufeinandertreffen mit Rogue.

G2 hingegen muss nun den Weg ins Lower Bracket antreten und trifft dort auf die zuvor von Rogue besiegten Misfits Gaming.

„Superteam“ zittert sich weiter

Was wurde vor Beginn des Splits nicht alles zu Team Vitality geschrieben: „Superteam“, „Spring Split Titel instalock“, sogar über Chancen auf den Titel der erst nach dem Summer Split stattfindenden Worlds wurde schon spekuliert.

Am Ende kam es bekanntlich anders. Das vermeintliche Superteam um Luka „Perkz“ Perkovic, Barney „Alphari“ Morris und Co zitterte sich mit Ach und Krach in die Playoffs. Nun ging es vergangenen Sonntag gegen die Playoff-Debütanten von Excel Esports.

Der Druck für Vitality war immens, schließlich sollte der Verlierer der ersten Lower-Bracket-Serie keine zweite Chancen bekommen. Es hieß Do or Die. Für Vitality wäre ein so frühes Ausscheiden ein Desaster, nachdem man sich vor der Saison mit den Verpflichtungen von Perkz, Alphari und Matyas „Carrzy“ Orsag schon in ganz anderen Sphären als dem „Gerade-so-erreichen-der-Playoffs“ gesehen hat.

Excel hingegen konnte entspannt aufspielen. Niemand erwartete etwas vom Debütanten, der mit seinem erstmaligen Erreichen der Playoffs auch so schon die erfolgreichste LEC-Saison in der Historie der britischen eSports-Organisation gespielt hatte.

Die Serie begann für Vitality denkbar schlecht: Support-Spieler Labros „Labrov“ Papoutsakis verlor bei einem eigenen Invade sein Leben. Da war das Spiel noch keine Minute alt. Ein Vorbote auf den Ausgang der Serie?

Zumindest zunächst, denn auf der gegenüberliegenden Seite des Rifts erwischte vor allem Excel-Top-Laner Finn „Finn“ Wiestal einen Sahnetag und sorgte zusammen mit dem ebenfalls excel…lent aufgelegten Patrik „Patrik“ Jiru dafür, dass das erste Spiel dominant nach knapp 38 Minuten gewonnen wurde. Die ernüchternde Bilanz für Vitality bis dahin? 7:20 Kills, 2:4 Drachen und einen Rückstand von fast 10.000 Gold.

Doch die Bienen schüttelten sich kurz und egalisierten die Excel-Führung postwendend wieder, indem das zweite Spiel der Serie auf ihr Konto ging. Auch im dritten Spiel sah es zunächst einmal sehr gut für das vermeintliche Superteam aus. Je länger die Partie aber ging, desto mehr kippte das Spiel in Richtung des Underdogs. Grund dafür war der von Erlend „Nukeduck“ Vatevik Holms gespielte Corki, der bekanntermaßen vor allem im Late-Game seine Stärken hat. So ging Excel erneut mit 2:1 in Führung.

Mit dem Rücken zur Wand drehte Vitality aber abermals auf. Sowohl in Spiel Vier als auch Fünf etablierte der eigentliche Favorit schnell einen soliden Goldvorsprung und verstand es dann souverän die Spiele damit nach Hause zu snowballen.

Damit zitterte sich das Superteam knapp mit 3:2 in die nächste Runde, wo es auf G2 Esports trifft. Für Excel ist der Spring Split nun beendet. Die britische Organisation kann trotz des frühen Ausscheidens aber auf eine gute Saison zurückblicken, die die Hoffnung birgt, dass sie keine Eintagsfliege bleiben wird.