Platz 19 und 20 für Haas im Qualifying von Brasilien – eigentlich ein Renn-Wochenende wie fast jedes andere in dieser Saison.
Doch während Mick Schumacher von einem „fantastischen Gefühl“ danach sprach, kämpfte sein Teamkollege Nikita Mazepin mit den Tränen. (Sprintrennen am Samstag um 20.30 Uhr im LIVETICKER)
Ganz so unterschiedlich war die Gefühlslage bei den WM-Aspiranten Lewis Hamilton und Max Verstappen nicht. Zwar freute sich der Mercedes-Pilot über seine Pole, sein Red-Bull-Konkurrent sah diese aufgrund der Strafe für den Briten entspannt – bevor die drohende Strafe wegen der Posse um Hamiltons Flügel nochmal alles auf den Kopf stellte.
SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Brasilien von Sky, aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.
Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 1: „Einer der Marshalls hat zu mir gesagt, die Senna-Farben auf dem Helm sollte ich öfter verwenden. Das ist die erste Pole, die ich geholt habe. Großes Dankeschön an das Team. Das war schwierig nach dem letzten Rennen. Es steckt viel Arbeit drin.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)
… über die Chancen im Rennen: „Ich bin super-happy, auch wenn ich weiß, dass ich im Rennen um fünf Ränge zurück muss. Das Überholen auf dieser Strecke ist nicht einfach, aber ich hoffe, ich kann dann einige Ränge gutmachen. Es ist schwer zu sagen, wie der Sprint vom Samstag ablaufen wird. Ich hörte nur, dass es deutlich wärmer sein wird, was es für alle Piloten schwieriger macht.“
Max Verstappen (Red Bull), Startplatz 2: „Wenn die (Mercedes, Anm. d. Red.) einen neuen Motor haben, haben die auch mehr Leistung an dem Wochenende. Das ist für mich kein großer Schock. Ich bin happy. Der zweite Platz ist eine gute Position für den Start. Natürlich will man näher dran sein, aber mehr war nicht drin.“ (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)
… über die Chancen für das restliche Wochenende: „Ich hoffe, ich kriege eine gute erste Runde zusammen. Das wichtige Rennen ist am Sonntag. Es wird deutlich anders sein, weil es deutlich wärmer wird. Dadurch verändert sich das Verhalten des Autos.“
Fernando Alonso ist nicht der erste Pilot, der nach einem Rücktritt in die Formel 1 zurückkehrt. SPORT1 blickt zurück auf weitere denkwürdige Comebacks.
Valtteri Bottas (Mercedes), Startplatz 3: „Es war tricky im Q1. Danach ist es besser geworden, aber ich bin nicht ganz zufrieden. Es ist jedoch ein ganz guter Startplatz, darauf müssen wir aufbauen. Es wird sicher eine interessante erste Runde im Sprintrennen.“
Sebastian Vettel (Aston Martin), Startplatz 12: „Es stimmt, dass es eine kurze Strecke ist und die Abstände gering sind. Aber wir waren dann doch relativ deutlich draußen, also uns hat einfach zu viel gefehlt. Es waren zwei Zehntel, womöglich wäre ein halbes Zehntel drin gewesen. Ich habe sehr attackiert und bei der letzten Runde etwas verloren. Aber es hätte trotzdem nicht gereicht.“
… über die Renn-Chancen: „Es hat zu viel Zeit gefehlt. Wir hoffen, dass die Pace im Rennen stärker ist. Erstmal muss man am Samstag die erste Runde überstehen und vielleicht ergibt sich die Chancen, ein, zwei Plätze gutzumachen – einfach für Sonntag eine gute Position rausfahren. Am Freitagmorgen habe ich keinen Blumentopf gewonnen, aber wenn wir uns verbessern, wäre das schön.“
Mick Schumacher (Haas), Startplatz 19: “Das Gefühl für das Auto war fantastisch. Deshalb bin ich ein bisschen enttäuscht, dass wir nicht in Q2 gekommen sind. Ich denke, es liegt daran, dass alle so dicht beieinander liegen. Vielleicht hat das Auto ein winziges Defizit, das ich diesmal nicht ausgleichen konnte. Aber wir lernen stetig dazu. Es ist nichts, worüber man frustriert sein müsste.“
Mick Schumacher fährt seine erste Saison in der Formel 1. 2020 holte er sich die Krone der Formel 2. SPORT1 blickt auf die Karriere des jungen Talents.
Nikita Mazepin (Haas), Startplatz 20:
… mit tränenerstickter Stimme: „Ich denke, das war der Tag, um nahe an den Williams dran zu sein. Es war ein gutes Qualifying, aber ich wollte zu viel. „Ich war auf einer guten Runde, aber dann habe ich den Fehler gemacht. Die Jungs haben einen richtig guten Job gemacht, ich konnte hier auch nicht im Simulator fahren. Ja, ich habe es verbockt …“
Toto Wolff (Mercedes-Teamchef): „Auf einer Strecke, auf die uns normal nicht so liegt, war das beeindruckend. Es hat auch nicht so gut begonnen am Freitag. Im Qualifying war es für Lewis ein richtig robuster Vorsprung, was eine gute Ausgangslage für das Sprintrennen ist.“ (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)
… über den Motorenwechsel als möglichen Grund für Hamiltons Dominanz: „Es liegt nicht am Motor. Wir waren in allen Ecken schneller im Qualifying. Jetzt müssen wir im Sprintrennen den Vorsprung ausbauen – aber man soll das Wochenende nicht vor dem Sonntag loben.
… worauf es im Rennen ankommt: „Es geht alles um den Start. Wenn du den gut hinkriegst, bist du voll dabei. Unser Speed auf der Geraden ist gut – aber ob es gut genug ist, um an den anderen Autos vorbeizukommen, ist eine andere Sache. Realistischerweise muss man sagen, dass wir das Rennen nur schwer gewinnen können.“ (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)
Helmut Marko (Red-Bull-Motorsportberater): „Hamilton war unheimlich stark. Max hatte keine optimale Runde, der wahre Abstand beträgt zwei Zehntel, was auch noch genug ist. Das ist für diesen Kurs auch noch genug. Normalerweise ist unser Rennspeed besser als unser Speed im Qualifying. Das ist die Hoffnung für das Sprintrennen.“
… worauf es im Rennen ankommt: „Es wird auch eine Reifensache sein, wie der Medium bei voller Attacke hält. Es ist noch nichts verloren. Sollten wir es so am Samstag ins Ziel bringen, startet wir im Rennen an erster Position. Der Start wird sehr entscheidend sein. Mit P2 für Max und P3 für Pérez wären wir sehr zufrieden im Sprintrennen.“