In der vergangenen Saison waren die Rennen meist alles andere als eine Spaßveranstaltung für Günther Steiner.
Stattdessen lief der Teamchef von Haas – zur Freude vieler Fans der Netflix-Serie „Drive to Survive“ – rund um die Grand Prix‘ gern fluchend durch das Fahrerlager, da seine Fahrer entweder hinterherfuhren oder ausschieden.
Doch nun hat sich die Welt bei Haas – und damit auch bei Steiner – gedreht. Haas ist das Team der Stunde. Die Piloten Kevin Magnussen und Mick Schumacher kamen zuletzt gleich zweimal in Folge beide in die Punkte.
Nur Ferrari, Red Bull und Mercedes besser?
In Spielberg am vergangenen Wochenende glänzte Schumacher sogar mit Rang sechs. Und Steiner wurde immer häufiger mit bester Laune gesehen. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)
Zumindest in Spielberg war Haas die vierte Kraft hinter Ferrari, Red Bull und Mercedes, wenngleich der Kampf im Mittelfeld sehr eng zugeht.
In der Konstrukteurswertung steht das Team mit 34 Zählern aktuell auf Rang sieben, ist aber deutlich besser in Form als beispielsweise Alfa Romeo (51).
Haas: Knoten bei Schumacher geplatzt
Seit dem Rennen in Silverstone ist offenbar nicht nur der Knoten bei Mick Schumacher, sondern dem ganzen Team geplatzt. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)
„Wir waren in den Rennen vor Silverstone auch nicht schlecht, nur hatten wir kein Glück oder haben Fehler gemacht. Die sehr gute Performance ist natürlich trotzdem ein wenig überraschend. Aber in die Punkte können wir in jedes Rennen kommen“, sagte Steiner im Interview bei SPORT1.
Dabei gab es seit Monaten keine wesentlichen Veränderungen am Auto.
„Wir sind die einzigen, die seit Barcelona schneller geworden sind, obwohl wir bisher keine Upgrades hatten“, scherzte Steiner.
Haas will neue Teile einsetzen
Schumacher findet die plötzliche und deutliche Leistungssteigerung trotzdem logisch: „Das liegt vor allem daran, dass wir den Wagen immer besser kennen. Im Auto schlummert noch immer Potenzial, und das können wir erschließen.“
In den nächsten Wochen könnte aus zwei Gründen sogar noch mehr als ein sechster Rang möglich sein. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)
Zum einen kommen laut Steiner ab Ungarn (Ende Juli) neue Teile: „Ich hoffe, dass unsere Updates bringen, was wir von ihnen erwarten. Das soll dann auch das letzte neue Paket des Jahres sein. Wichtig bleibt, das Auto zu verstehen und keine Fehler zu machen.“
Zum anderen könnte ausgerechnet das Team von Motorenlieferant Ferrari dafür sorgen, dass bei einem turbulenten Rennen Haas tatsächlich einmal auf das Podest rast. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)
Sorgt Ferrari für Haas-Coup?
Denn die Wagen der Scuderia sind zwar sehr schnell, aber bisher eher unzuverlässig und Ausfälle keine Seltenheit. Zuletzt traf es Carlos Sainz in Österreich, der aus dem brennenden Ferrari springen musste.
Fällt einer der Ferrari-Piloten aus – oder sogar beide -, wäre wohl vor allem Mercedes im Kampf um einen Podestplatz noch ein großer Gegner.
In Spielberg zeigte Schumacher in seinen erbitterten Duellen mit Lewis Hamilton im Sprint- und Hauptrennen aber bereits, dass man sich selbst vor den Silberpfeilen aktuell nicht verstecken muss.