Die Luft in der Formel 1 ist immer dann zum Schneiden, wenn Toto Wolff und Christian Horner über kontroverse Themen diskutieren. Nicht nur sportlich, sondern auch inhaltlich liegen Red Bull und Mercedes einmal mehr weit auseinander.
Beim neuerlichen Disput geht es um eine mögliche Bevorzugung von Weltmeister Max Verstappen innerhalb des eigenen Teams. Diesen Verdacht hatte Mercedes-Chef Wolff Ende August in Zandvoort angesichts der großen Diskrepanz zwischen Verstappen und dessen Teamkollegen Sergio Pérez geäußert.
„Bullshit-Kommentare“ nerven Verstappen
Die Antwort von Verstappen und Horner ließ nur eine Woche auf sich warten. Verstappen, der am vergangenen Wochenende in Monza seinen historischen zehnten Sieg in Folge feierte, wurde nach seinem Triumph zu der Thematik befragt.
Der Niederländer tat Wolffs Worte als „Bullshit-Kommentare“ ab und erläuterte seine Sicht der Dinge: „Ich fahre das Auto, so schnell ich kann. Aber ich sage meinen Leuten nicht: ‚Entwickelt den Wagen so, dass ich die Vorderachse mehr spüre.‘ Ich sage vielmehr: ‚Gebt mir einfach das schnellstmögliche Auto, den Rest erledige ich.‘“
F1-Streit: „Zeugt von einem völligen Unverständnis“
Red-Bull-Teamchef Christian Horner stimmt seinem Schützling nicht nur „voll und ganz zu“, sondern wurde deutlich in Richtung Toto Wolff. „Es zeugt von einem völligen Unverständnis über die Art und Weise, wie ein Team ein Rennauto entwickelt, wenn Toto denkt, dass wir das Auto auf die Wünsche eines einzelnen Fahrers hin verändern.“
Horner nutzte die Gelegenheit, um noch einmal die Fähigkeiten seines auch in dieser Saison weit enteilten Weltmeisters Verstappen hervorzuheben. „Die guten Fahrer passen sich an, das sieht man bei den unterschiedlichen Bedingungen. Die Elite der Fahrer passt sich schnell an und ich denke, eine der Hauptstärken von Max ist sein gutes Gefühl für das Grip-Niveau eines Autos.“
Die Antipathie zwischen den beiden Machthabern der Königsklasse ist kein Geheimnis. Seien es „Frankenstein-Autos“ oder Psychospielchen vor der Saison, beide Seiten sind sich nicht zu schade, immer wieder Spitzen in Richtung des Rivalen zu senden.