Es hat sich offenbar einiges aufgestaut bei Markus Wasmeier. Der Ski-Held vom Schliersee hat seit langem einen Dorn im Auge – und der heißt Johan Eliasch.
„Der checkt nichts. Einfach pures Chaos“, sagte Wasmeier unmissverständlich im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Doch worum geht es im Kern?
Das große Streitthema im Wintersport ist die Nachhaltigkeit und der Klimaschutz. Zahlreiche Superstars der Szene wie Mikaela Shiffrin und Aleksander Aamodt Kilde wollten im letzten Winter mit einem offenen Brief Druck auf den Ski-Weltverband (FIS) ausüben. Auch Ex-Biathlon-Dominatorin Laura Dahlmeier forderte, dass „alle anpacken und an die Zukunft denken“.
Fragwürdige Klimabilanz des Ski-Verbands
Die bisherigen Bestrebungen unter dem umstrittenen FIS-Präsident Eliasch scheinen Wasmeier jedoch nicht zu überzeugen. Im Gegenteil: „Ich glaube nicht, dass die FIS irgendeinen Gedanken an ökologische Dinge verschwendet“, sagte der Doppel-Olympiasieger von Lillehammer 1994.
Unter anderem für Irritation sorgt die Interpretation der FIS, die sich und ihre Wettbewerbe als „klimapositiv“ bezeichnet. Für die angeblich positive Klimabilanz soll eine Regenwald-Initiative in Zusammenarbeit mit der NGO Cool Earth sorgen, welche in Südamerika tätig ist. Vorsitzender dieser Organisation ist ein gewisser Johan Eliasch.
Ski-Präsident Eliasch „fährt das Ding an die Wand“
Spürbare Verbesserungen seien laut Wasmeier auch bei der Anpassung des Rennkalenders möglich. Die alpinen Athleten starten schon im Oktober in Sölden in die Saison, dazu kommen zwei USA-Reise am Anfang und am Ende der Saison.
Dies habe „absolut nichts“ mit Nachhaltigkeit zu tun, schimpft Wasmeier: „Was soll das Hin und Her? Der Eliasch fährt das ganze Ding an die Wand.“
Solange der Weltverband um Eliasch keine weiteren Maßnahmen zur Verbesserung der Lage präsentiert, wird sich Wasmeier (59) in seinem Urteil wohl kaum umstimmen lassen.