„Ich seh‘ doch nicht aus, wie ein Spieler, der schon fertig ist …“
Nach dem Befreiungsschlag gegen den FC Augsburg strahlte Kevin-Prince Boateng sichtlich.
Der „Aggressiv-Leader“ von Hertha BSC spielte beim erlösenden Erfolg im Kellerduell eine wichtige Rolle. „Ich habe immer gesagt, ich gebe alles. Und der Trainer hat mir erklärt, dass er mich braucht“, sagte Boateng bei Sky. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
Boateng darf als Zehner ran
„Ich habe das ganz gut gemacht“, lobte sich der 35-Jährige. Coach Felix Magath hatte den Routinier sogar auf eigenen Wunsch auf seiner Lieblingsposition als „Zehner“ aufgeboten. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
„Er hat mich im Scherz gefragt, wo ich spielen will“, erzählte Boateng vom Gespräch mit Magath. „Er hat mir gesagt: ‚Reiß die Mannschaft mit“, berichtete der langjährige England- und Italien-Legionär.
Der „einzige Führungsspieler“ der Hertha
Magath hatte Boateng zuvor als „einzigen Führungsspieler“ in seinem Team bezeichnet – fast ein Ritterschlag.
Der Mittelfeldspieler erfüllte seinen Auftrag, sprach viel mit den Mitspieler und setzte immer wieder auch in punkto Kampfgeist Zeichen.
„Es war ein wichtiger Sieg für uns, ich bin einfach froh, dass wir die drei Punkte nach Hause nehmen“, sagte Boateng: „Wir haben heute ganz viel gewonnen, ein überragendes Spiel gemacht. Ich hoffe, dass wir so schnell wie möglich den Sack zumachen.“
Hertha mit Befreiungsschlag in Augsburg
Ein erster Schritt dazu war der Befreiungsschlag gegen den FCA, durch den die Hertha auf den 15. Tabellenplatz kletterte. Selbst der FCA auf Platz 14 ist jetzt nur noch drei Zähler entfernt. Augsburg wiederum trennen nur noch vier Zähler vom Relegationsplatz.
Suat Serdar hatte die Berliner mit einem sehenswerten Hackentreffer in Führung gebracht (49. Minute). Vorbereitet hatte den Treffer ausgerechnet der Ex-Augsburger Marco Richter.
Rudelbildung mit Boateng und Selke
Vor der Pause hatte eine vor allem eine Rudelbildung mit Kevin-Prince Boateng und Davie Selke für Aufregung gesorgt. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
Nach einem harten Einsteigen von Augsburgs Niklas Dorsch gegen Santiago Ascacibar waren Hertha- und FCA-Stars aneinandergeraten.
Reece Oxford (FCA) und Selke wurden nach einer Schubserei jeweils mit Gelb bedacht.
Hertha beendet Durstrecke
Vor 28.533 Zuschauern war es für die Berliner erst der zweite Sieg in den vergangenen neun Spielen. Für die Mannschaft von Trainer Felix Magath war es zudem ein gelungener Auftakt in die „Wochen der Wahrheit“, in denen als nächstes die direkten Konkurrenten VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld warten.
Der FCA muss sich nach der zweiten Pleite in Folge wieder näher mit dem Abstiegskampf beschäftigen.
Nach der 1:4-Pleite gegen Union und anschließender Trikot-Demütigung durch die Ultras hatten die Berliner am Mittwoch einen Teamabend veranstaltet und die Stimmung in der Mannschaft aufgebessert.
Boateng darf von Beginn an ran
„Die Stimmungslage ist wieder so, dass wir angriffslustig nach Augsburg fahren und zeigen wollen, dass wir es besser können“, hatte Magath gesagt, der Stürmer Ishak Belfodil kurzfristig aus dem Kader strich und sein Team im Vergleich zum Derby auf gleich fünf Positionen veränderte.
So stand Routinier Prince Boateng in der Anfangsformation der Alten Dame.
Doch die Herthaner begannen verunsichert, der FCA riss das Spielgeschehen sofort an sich. Alfred Finnbogason, der erstmals seit Anfang November wieder in der Startelf stand, hatte nach einer Flanke von Arne Maier die erste gute Möglichkeit (11.).
Es dauerte bis zur 20. Minute, ehe Peter Pekarik mit einem harmlosen Abschluss die Berliner offensiv erstmals anmeldete.
Und die Gäste wurden in der Folge ein wenig aktiver, setzten sich immer mal wieder in der Augsburger Hälfte fest. Das Spiel wurde offener, Gregoritsch setzte einen starken Freistoß aus 25 Metern nur etwas zu hoch an (35.).
Hertha dreht nach der Pause auf
Die Berliner kamen allerdings wie ausgewechselt aus der Halbzeitpause, erhöhten den Druck und belohnten sich sofort: Marco Richter bediente Serdar, der aus kurzer Distanz zu Führung einschob (49.). Die Gäste blieben das aktivere Team, Richter verzog aus rund 15 Metern (55.).
Die Partie blieb offen, der FCA rannte in der Folge an. Hertha verteidigte leidenschaftlich und warf sich in jeden Zweikampf.
Gregoritschs harmloser Freistoß (66.) läutete die Schlussoffensive der Hausherren ein, doch die Hertha blieb auch ohne den ausgewechselten Boateng (69.), den Magath als „einzigen Führungsspieler“ bezeichnet hatte, gefährlich. Dieser coachte die Gäste nach seiner Auswechslung von der Seitenlinie.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)