Rund 35 Jahre nach dem großen Kondom-Skandal in der Bundesliga wird Regionalligist FC Homburg im DFB-Pokal die Vergangenheit wieder aufleben lassen.
Nach dem 3:0-Triumph zum Auftakt gegen Bundesligist Darmstadt 98 trifft der Underdog aus dem Saarland am 31. Oktober in der 2. Runde auf den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth und wird mit einem Sondertrikot auflaufen.
War es Ende der 80er Jahre der Kondomhersteller „London“, den der damalige Präsident Manfred Ommer mitten in der Saison als Hauptsponsor aus dem Hut gezaubert hatte, wird gegen Fürth auf dem Trikotärmel die Kondommarke „BILLY BOY“ prangen.
Homburg: „BILLY BOY“ statt „London“
„Die Idee zu dieser Aktion ist bei der Auslosung zur zweiten Runde des DFB-Pokals im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund entstanden“, erklärte Homburgs Schatzmeister Hans-Joachim Burgardt. In Dortmund ist das legendäre Trikot, das seinerzeit für großen Ärger gesorgt hatte, als Teil der Ausstellung zu sehen.
Als Homburg im März 1988 erstmals mit den Trikots auflief, ging der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf die Barrikaden und verbot kurzerhand die Werbung bei Androhung eines Punktabzugs, so dass die Saarländer den Schriftzug auf dem Trikot vorerst mit einem schwarzen Balken abdecken mussten.
„Kondom-Gate“ landete gar vor Gericht, wo das Landgericht Frankfurt am Main Homburg Recht gab und urteilte, dass die Kondomwerbung auf den Trikots weder gegen Sitte noch Moral verstoße. 35 Jahre später hat der DFB keine Einwände. „Der hat sofort zugesagt und die Anfrage sogar als historisch bezeichnet“, freute sich Burgardt.