Die Edmonton Oilers, als ernsthafter Titelaspirant in die neue NHL-Saison gestartet, taumeln von einer Pleite zur nächsten und gehören mittlerweile zu den schlechtesten Teams der Liga.

Dass sie mit zwei Siegen und zehn Niederlagen nicht ganz am Ende geführt werden, liegt nur daran, dass die San Jose Sharks bereits 13 Spiele und eine Niederlage mehr auf dem Konto haben.

Ausgerechnet jene Sharks, die Anfang November in zwei Spielen 20 Gegentore kassiert hatten und nun aber die Oilers mit 3:2 niederringen konnten. „Das ist die Realität“, stellte sich ein völlig konsternierter Leon Draisaitl nach der Pleite den Medien.

Auf die Frage, wie es zur zehnten Niederlage – der vierten in Folge – kommen konnte, wusste der deutsche Superstar keine Antwort. „Keine Ahnung, was ich sagen soll“, murmelte der 28-Jährige ins Mikrofon, um sich dann doch in einer Erklärung zu versuchen: „Ich habe schon das Gefühl, dass wir oft besser sind als das andere Team. Aber es läuft momentan einfach nicht synchron. Es ist einfach enttäuschend.“

Wenig Selbstvertrauen – auch bei Draisaitl

Natürlich hat diese schwarze Serie auch bei den Spielern ihre Spuren hinterlassen, wie Draisaitl bestätigte. „Offensichtlich haben die Jungs in dieser Kabine momentan nicht viel Selbstvertrauen“, zeigte sich der Kölner ehrlich und nahm sich dabei nicht aus: „Da gehöre ich auch dazu.“

Dass bei Draisaitl aktuell etwas Selbstvertrauen fehlt, sieht man an den Zahlen. In der Vorsaison hatte er zu diesem Zeitpunkt sieben Tore und 16 Assists auf dem Konto, aktuell sind es fünf Treffer und zehn Vorlagen. Keine katastrophal schlechten Zahlen, Draisaitl liegt damit ligaweit auf Platz 20, was das Scoring angeht, und ist damit der beste Oilers-Spieler.

Verglichen mit seinen Statistiken der vergangenen Regular Season, welche er mit 128 Punkten hinter Teamkollege Connor McDavid auf Rang zwei abschloss, fehlt es jedoch auch bei Draisaitl.

„Muss andere Wege finden, Tore zu machen“

„Ich hatte vorher schon Phasen, wo es nicht so gelaufen ist. Diesmal scheint es aber besonders drastisch zu sein, weil es noch früh im Jahr ist“, beschrieb er die Situation, fügte aber hoffnungsvoll hinzu: „Aber ich hatte auch vorher schon solche Phasen, wie jeder Spieler in der Liga. Die Tore werden kommen und wenn nicht, muss ich andere Wege finden, Tore zu machen.“

Die Einstellung spiele bei der Niederlagenserie der Oilers hingegen keine Rolle, wie er auf Nachfrage klarstellte. „Wir finden die richtigen Worte. Wir kommen zu jedem Spiel mit der gleichen Einstellung“, nahm er die Mannschaft in Schutz. „Wir punkten einfach nicht genug und geben auch eindeutig zu viel ab.“

Und genau das ist die Realität, wie Draisaitl selbst sagte. Noch sind in der Regular Season genug Spiele zu absolvieren, um das Ruder herumzureißen. Die Qualität im Team ist dafür zweifelsohne vorhanden.

Doch es wird ein hartes Stück Arbeit. Vor allem, wenn die Situation selbst einen Superstar wie Leon Draisaitl ratlos zurücklässt.