Torsten Lieberknecht hat gegen Schalke seine vierte gelbe Karte gesehen und wird den Lilien beim Gastspiel in St. Pauli am Samstag als Trainer an der Seitenlinie gesperrt fehlen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

Als TV-Konsument habe ich das Darmstädter Spiel gegen Königsblau intensiv verfolgt und ab Spielbeginn einen ständig lamentierenden und diskutierenden Lieberknecht als extremen und ständigen Unruhe-Pol wahrgenommen. Emotionen, klar und unbedingt, die gehören dazu. Aber das ständige Hadern und Zanken mit den Schiedsrichtern nervt.

Diese Hektik an der Seitenlinie ist natürlich auch interpretierbar als Symbolik für die verloren gegangene Leichtigkeit der Hinrunde. Beim FC St. Pauli erlebt man den gleichen Kummer, nur mit Trainer Timo Schultz gesitteter an der Seitenlinie.

St. Pauli vs. Darmstadt: Ein Unentschieden würde keinem helfen

Es ist der uralte und immer wieder bekannte Sachverhalt, den beide Mannschaften in dieser Spielzeit erleben. Nach oben zu kommen, ist das Eine. Sich dort auch halten zu können, das Andere.

Natürlich gilt für beide Clubs, dass sie in dieser Saison eine erfolgreiche Spielzeit über jeder Erwartungshaltung abliefern. Aber das Top-Duo der Hinrunde hat durch seine mitreißenden Auftritte bei seinen Fans natürlich große Hoffnungen geweckt, die in der Rückrunde beiderseits bröckeln. Immer wieder hat man draufgeschaut und sich gefragt, wann sie zurückfinden in die Eigendynamik des Erfolgs. Fehlanzeige. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Das geteilte Leid des Abwärtstrends. Im Jahr 2022 gewannen beide nur 4 ihrer 12 gespielten Spiele. Die Knipser knipsen nicht, wie sie es taten. Dazu ausfallende Leistungsträger.

In einer Tabelle für die letzten fünf Spieltage sind die Lilien auf Platz 15, der FC St. Pauli auf Rang 12. Wer positioniert sich am Samstag noch mal neu für die dann noch drei ausstehenden Spiele? Ein Unentschieden wäre Stillstand für beide. (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Topspiel ist gleichzeitig Endspiel

Ich freue mich auf Samstag und ein dann wieder randvolles Millerntor. St. Pauli kann mit einem Sieg die Darmstädter abschütteln und hätte dann mit dem Selbstvertrauen des heimstärksten Teams bei noch zwei weiteren Heimspielen und einem direkten Duell bei Schalke alle Karten in der Hand.

Gewinnen die Lilien, ziehen sie an St. Pauli vorbei und haben nächsten Samstag mit dem Heimspiel gegen Aue beste Aussichten, sich für die letzten zwei Spiele perfekt in Position zu bringen. Wer kriegt die Kurve im direkten Duell und holt sich die Euphorie für die finalen Wochen?

So wird das Top-Spiel am Samstag am Millerntor sozusagen zu einem Endspiel um die Perspektive!

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Markus Höhner wurde 1965 in Ulm geboren, ist aber seit langem im Rheinland zuhause. Zum Fernsehen kam er 1988 über ein Volontariat bei der damaligen RTL Bundesliga-Sendung "Anpfiff". 1992 wechselte der...