„Ja, es war ein Spitzenspiel, aber nur von einer Mannschaft, und zwar von Bayern München.“
Mit seiner Topspiel-Analyse in seinem Podcast „Basler ballert“ hat Bundesliga-Legende Mario Basler kaum ein gutes Haar an Borussia Dortmund gelassen: „Man muss sagen: Was Dortmund am Wochenende fabriziert hat, hat ja mit Fußball nichts zu tun gehabt.“
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BVB? „Das war ja unterirdisch“
Besonders im Hinblick auf die Saisonziele sieht Basler schwarz: „Das war ja unterirdisch. Als Heimmannschaft mit einer so großen Chance gegen die angeschlagenen Bayern, mit vielen Spielern, die gar nicht dabei waren, nach dem Pokal-Aus, so eine Vorstellung zu liefern. Dieses Spiel hat ganz klar aufgezeigt, dass Borussia Dortmund keine Rolle spielen wird, diese Saison um die Deutsche Meisterschaft zu spielen.“
Woran das liegt? Speziell an der Kaderqualität, urteilte der ehemalige Nationalspieler: „Die meisten sind halt Durchschnitts-Bundesliga-Spieler. Die Frage ist doch: Wenn wir den Kader von Borussia Dortmund nehmen, wer wäre denn Stammspieler bei Bayern München? Wenn du einen von denen rausnimmst, wer wäre Stammspieler bei Bayern München?“
Bundesliga: Kobel künftiger Bayern-Keeper?
Außer der Keeper-Position fällt Basler dabei kaum ein Akteur ein: „Kobel, der ist für mich der beste Torhüter in der Bundesliga. Im Moment glaube ich auch, dass er der Torhüter der Zukunft bei Bayern ist.“
Vorerst aber wird die Regentschaft im Bayern-Tor aber bei Manuel Neuer bleiben. Bei seinem zweiten Ligaspiel nach dem Comeback blieb der Routinier ohne Gegentor – und das trotz arger Personal-Probleme seiner Defensivreihe, die Dortmund nicht überwinden konnte.
„Da kommt ein Gegner, der Personalprobleme hatte, der aus dem Pokal geflogen ist, der viel Häme abgekriegt hat und du spielst zu Hause. Du hast eine große Chance, Bayern München in eine größere Krise reinzustürzen, weil das Personal auch nicht zu 100 Prozent da war. Dann kommst du auf den Platz und lieferst so eine Leistung ab, wie es Borussia Dortmund getan hat“, echauffierte sich Basler.
Basler: BVB „einfach nicht gut genug“
„Ich glaube, dass Borussia Dortmund jetzt gesehen auch hat, dass sie da vorne dieses Jahr nichts zu suchen haben. Die Mannschaft ist einfach nicht gut genug, um ganz vorne mitzuspielen“, analysierte Basler knallhart.
Das läge allerdings nicht nur an der mangelnden offensiven Durchschlagskraft, wie sie gegen Bayern offensichtlich wurde – sondern auch am anderen Ende des Feldes offenbare der Ruhrpott-Klub erhebliche Probleme.
Schlotterbeck-Lachen macht Basler sauer
„Die ganze Defensive ist schlecht, wie Schlotterbeck, der vor so einem Tor bei Upamecano noch lacht, Ich weiß gar nicht, wie man in so einem Spiel bei einer Standard-Situation nach vier Minuten mit seinem Gegenspieler lachen kann. Ich weiß gar nicht, über was die sich unterhalten. Der eine oder andere hat in der Besprechung entweder nicht zugehört oder etwas falsch verstanden“, so Basler.
Schlotterbeck hatte nach vier Minuten bei einem Münchner Eckball Upamecano gefragt, wie es ihm gehe, dieser antwortete kurz – und schenkte dem BVB unmittelbar das erste der vier Gegentore ein.
„Da sollte sich Schlotterbeck wirklich mal ernsthaft Gedanken machen“, forderte Basler, der allerdings auch dessen Teamkollegen in die Pflicht nahm: „Dann kommt auch noch Süle rein und was man nicht vergessen darf, das sind unsere drei Nationalspieler (mit Hummels; Anm. d. Red.), die die Abwehr bilden sollen. Also wenn ich ganz ehrlich bin, du musst hoffen, dass keine Gegenspieler schnell sind, weil die bleiben ja stehen wie so ein Kartoffelsack.“
Woche der Wahrheit für Borussia Dortmund
Wie es nun weitergehen könne für den BVB, der in der Champions League am Dienstagabend (ab 18.45 Uhr im SPORT1-Liveticker) gegen Newcastle United antritt?
„Das ist eine Woche der Wahrheit für den BVB: Bayern, Newcastle, Stuttgart. Und die Woche hat schlecht begonnen jetzt für Dortmund. Meisterschaft? Ciao. So, und jetzt geht es um die Champions League und auch um die Qualifikation nächstes Jahr.“
Immerhin hat Dortmund bereits sieben Punkte Rückstand auf Tabellenführer Leverkusen – und Basler fiel ein Fakt im Spielplan auf: „Borussia Dortmund hat noch keine Spitzenmannschaft gehabt bis jetzt! Das war das erste Spitzenspiel gegen einen der ersten fünf, die oben stehen.“
Im Gegensatz dazu habe Bayern gezeigt, wie man mit Druck umgehe. Denn wenn das Spiel gegen Dortmund schiefgegangen wäre, so Basler, „dann hätte es wahrscheinlich richtig gebrannt in München.“