Die deutschen Biathleten haben beim erneuten Triumph von Überflieger Johannes Thingnes Bö in der Verfolgung wie schon im Sprint maßlos enttäuscht.
Benedikt Doll landete als bester DSV-Läufer auf einem indiskutablen 18. Rang. Negativer Höhepunkt aus deutscher Sicht: Philipp Nawrath leistete sich bei der dritten Schießeinlage fünf Fehler bei fünf Versuchen. (NEWS: Alles zum Biathlon)
Doll patzte im Rennen über 12,5 km insgesamt viermal und hatte 2:30,8 Minuten Rückstand auf den überragenden Bö. Strelow, als Neunter noch bester Deutscher im Sprint, fiel mit drei Fehlern auf den 26. Platz zurück.
„Einen drauf gekriegt“: Reaktion auf Schieß-Debakel
„Stehend zwei Fehler schmeißen einen wieder zurück. Ein zweites Mal null, und es wäre ganz nach vorne gegangen. Aber so ist Biathlon“, sagte Doll im ZDF.
„Da haben wir ein bisschen einen drauf gekriegt, das gehört auch dazu“, meinte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling: „In diesem Wahnsinnsfeld mit den völlig außer Rand und Band laufenden Norwegern, da musst du zurzeit einfach von Anfang an riskieren. Heute war es ein gebrauchter Tag für uns.“
Bitterling gab die Marschroute vor: „Jetzt versuchen wir, Kräfte zu sammeln und für die nächste Woche wieder fit zu sein, um noch mal vor Weihnachten zu liefern.“
Am Samstag hatte das DSV-Team in der Staffel noch den dritten Platz belegt. Dennoch war es nach dem beachtlichen Auftakt in Kontiolahti zwei Monate vor der Heim-WM in Oberhof ein Dämpfer.
Johannes Thingnes Bö überragend
Der Norweger Bö holte sich seinen 56. Weltcupsieg, den sechsten im siebten Rennen in dieser Saison, nach zwei Schießfehlern in 33:50,7 Minuten deutlich vor seinem Landsmann Sturla Holm Lägreid (2/+47,9 Sekunden) und dem Franzosen Emilien Jacquelin (3/+1:13,9).
Die deutschen Frauen hatten zuvor das Podium in der Staffel über 4×6 km verpasst. Beim Sieg von Frankreich belegte das DSV-Quartett mit Anna Weidel, Franziska Preuß, Vanessa Voigt und Denise Herrmann-Wick den vierten Platz. Herrmann-Wick leistete sich als Schlussläuferin vier Nachlader und vergab so einen der ersten drei Plätze.
Bereits ab Donnerstag bis Sonntag findet im französischen Annecy-Le Grand Bornand der dritte Weltcup statt. Auf dem Programm stehen Sprint, Verfolgung und erstmals in diesem Winter ein Massenstart-Rennen.