Das nennt man dann Nachtreten! Lucas Hernández hat über das Verhältnis zu den Mannschaftskollegen während seiner Zeit beim FC Bayern wenig schmeichelhafte Worte gefunden.
„In Deutschland konnte ich bei meiner Ankunft die Sprache nicht sprechen, es gab nicht diesen Zusammenhalt. Die Spieler konnten mir nicht helfen, weil wir uns nicht wirklich verstanden“, zitierte Le Parisien den 27-Jährigen. „Es war eine etwas kühlere Beziehung.“
Hernández klagt über Bayern-Zeit
Hernández, der den deutschen Rekordmeister im Sommer nach vier Jahren verließ und für 45 Millionen Euro zu Paris St. Germain wechselte, fügte an: „Ich hatte tolle Kapitäne: Manuel Neuer als Kapitän zu haben, ist schon beeindruckend, weil er älter und erfahrener ist, aber außerhalb des Spielfelds lebt jeder sein eigenes Leben. Wenn du etwas brauchst, sind sie natürlich da, aber es ist weniger spontan.“
Während es in München und in der Bundesliga nicht zuletzt wegen gravierender Verletzungen insgesamt allenfalls mäßig lief, hat sich der französische Nationalspieler bei PSG sogleich auf Anhieb einen Stammplatz auf der linken Abwehrseite erkämpft (13 Spiele, ein Tor, eine Vorlage).
„Bin ich hier richtig?“
Entscheidend für den Abgang in Richtung Paris sei seine Verletzungspause (November 2022 bis Juni 2023) infolge eines Kreuzbandrisses gewesen, wie Hernández verriet: „Das war der Moment, in dem ich mich fragte: Bin ich hier richtig? Kann ich mir vorstellen, noch vier Jahre zu bleiben? […] Und da ich ein spontaner Mensch bin, der Herausforderungen liebt, habe ich mir gesagt, dass es Zeit für einen Wechsel ist.“
Die Verantwortlichen des Rekordmeisters waren nach SPORT1-Informationen von ihrem Spieler damals enttäuscht, hätten sich mehr Dankbarkeit und Identifikation mit dem Klub gewünscht.
Bayern wollte seinen Vertrag trotz Verletzung sogar verlängern. Auch 2021 hielten die Bayern zu ihrem Profi, als er in Spanien vor Gericht stand und wegen einer handgreiflichen Auseinandersetzung zu einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde.
Der Innenverteidiger, der es in vier Spielzeiten nur auf 107 Pflichtspiel-Einsätze brachte, war 2019 für 80 Millionen Euro an die Isar gewechselt – durch die damalige Ausstiegsklausel bei Atlético Madrid war Hernández bis zum Transfer von Harry Kane der teuerste Neuzugang in der Geschichte des FCB.